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Models bleiben am Mahnmal

Berliner Fashion Week soll noch bis 2011 am historischen Bebelplatz stattfinden

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Mahnmal begraben: Zelt auf dem Bebelplatz ND-
Mahnmal begraben: Zelt auf dem Bebelplatz ND-

Die Berliner Modewoche »Mercedes-Benz Fashion Week« wird vom 7. bis 10. Juli erneut am umstrittenen Standort Bebelplatz an der Staatsoper stattfinden. Das ergab die Sitzung des Wirtschaftsausschusses vom Bezirk Berlin-Mitte am Montag. Auf der Tagesordnung stand die Diskussion von Standortalternativen zum geschichtsträchtigen Ort, an dem 1933 eine Bücherverbrennung durch die Nazis abgehalten wurde. Heute ist dort das Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullman zu finden – eine unterirdische Bibliothek mit leeren Regalen, die durch ein Glasfenster in den Pflastersteinen betrachtet werden kann.

In der zweistündigen Sitzung rangen Vertreter des Fashion Week-Veranstalters IMG, des zuständigen Bezirksamts Mitte, der Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Bürgerinitiative zur Ehrung des Denkmals am Bebelplatz sowie der Berufsverband Bildender Künstler Berlin (bbk) um eine Lösung. Im Mai 2009 hatten sich etwa 600 Berliner in einer Petition gegen die kommerzielle Nutzung und für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Denkmal ausgesprochen. Der Petitionsausschuss hatte im bereits im Dezember diese Ansicht unterstützt und den Bebelplatz als Zwischenlösung bezeichnet.

Das Bezirksamt sprach sich in der Sitzung dafür aus, die Fashion Week in Berlin-Mitte zu halten und noch zweimal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen. Erst zum Sommer 2011 könne ein neuer Ort bezogen werden. Zur Auswahl stünden der Washingtonplatz am Hauptbahnhof und die Straße des 17. Juni, nahe des Sowjetischen Ehrenmals. Beide Orte stünden aber auf Grund von Baumaßnahmen vor Sommer 2011 nicht zur Verfügung. Zudem musste eingeräumt werden, dass der Washingtonplatz wegen der derzeitigen Umbauarbeiten nicht abschließend geprüft werden konnte. Ob er überhaupt in Frage kommt, stünde darum noch nicht fest. Der Geschäftsführer von IMG, Matthias Pietza, äußerte aber bereits Bedenken. Eine Umsetzung auf dem Washingtonplatz sei wegen des dortigen starken Gefälles »logistisch schwierig, eigentlich ausgeschlossen«.

Favorisiert wird die Straße des 17. Juni – sowohl vom Bezirksamt, als auch von IMG. Allerdings birgt auch diese Variante Hindernisse, etwa die alle zwei Jahre stattfindende Fußball-Fanmeile. Außerdem müssten für die Fashion Week inklusive Auf- und Abbauarbeiten rund 15 Tage eingeplant werden, in denen sich die Straße im Ausnahmezustand befände. Es sei unwahrscheinlich, dass das von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zweimal jährlich genehmigt werde, sagte die Ausschussvorsitzende Martina Matischok-Yesilcimen (SPD). Darum denke man darüber nach, die Fashion Week nur im Sommer an dem beliebten Platz zu veranstalten, im Winter jedoch auf eine Innenhausvariante umzusteigen. Der IMG-Vertreter Pietza zeigte sich von diesem Vorschlag wenig begeistert. IMG sei zwar zum Umzug bereit, allerdings sei man daran interessiert, mittelfristig einen einzigen festen Standort zu finden und nicht ständig wechseln zu müssen.

Nach der ersten Fashion Week 2007 am Brandenburger Tor war die Veranstaltung im Januar 2008 in den Postbahnhof am Ostbahnhof gezogen, um noch im selben Jahr auf den Bebelplatz überzusiedeln, an dem sie seither ausgetragen wird. Ausschlaggebend sei vor allem die zentrale Lage des Platzes, so Pietza. In Berlin-Mitte gebe es nicht viele Alternativen, die den logistischen Anforderungen der Fashion Week gerecht würden. Das bestätigte auch Baustadtrat Ephraim Grothe. Beispielsweise sei am Alexanderplatz das Ambiente ungeeignet, der Schlossplatz wäre noch auf Jahre hinaus von Baumaßnahmen betroffen und der Potsdamer Platz biete keinen Raum für das große Veranstaltungszelt.

Unterdessen kritisierte Hans Coppi von der Initiative Bebelplatz, dass die Fashion Week entgegen vorheriger Aussagen erneut auf dem Platz stattfinde. Es müsse wirklich das letzte Mal sein. Auch Andreas Kugler, Vorsitzender des Petitionsausschusses, bat das Bezirksamt Mitte, die Bemühungen um Standortalternativen zu verstärken und die Innenraum-Lösung bereits für die folgende Fashion Week im Januar 2011 zu realisieren. Matischok-Yesilcimen entgegnete, ein sofortiger Umzug sei »unrealistisch« – und bat die Anwesenden um ein Jahr Zeit.

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