Japans Premier fand es an der Zeit, nach Hause zu gehen

Yukio Hatoyama stürzte über gebrochene Wahlversprechen

  • Von Daniel Kestenholz
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Am Dienstag hatte Japans Premier Yukio Hatoyama noch trotzig verkündet: »Diese Regierung wurde gebildet, um Politik deutlich zu verändern, und ich will entsprechend weitermachen.« Tags darauf gab er mit Tränen in den Augen seinen Rücktritt bekannt: »Es ist Zeit für mich, nach Hause zu gehen.«

Gut acht Monate sind vergangen, seit Yukio Hatoyama nach dem überwältigenden Wahlsieg seiner Demokratischen Partei im August 2009 das Amt des Regierungschefs antrat. Auf gut 70 Prozent Zustimmung konnte sich seine Koalition aus DPJ, Sozialdemokratischer Partei (SDP) und Neuer Volkspartei damals stützen. Nicht nur ein Ende der Korruption und der Willkür ernannter Beamter hatte Hatoyama den Wählern versprochen, nicht nur eine bürgernahe und transparente Politik, sondern ein neues, stolzes Japan, das auf gleicher Augenhöhe mit den USA verhandeln und sich vom Großen Bruder nicht mehr alles sagen lassen werde. Vor Freude tanzten die zurückhaltenden Japaner auf den Straßen, nachdem sie der mehr als 50-jährigen, fast ununterbrochenen Herrschaft der konservativen Liberaldemokraten (LDP) ein Ende bereitet hatten.

Seither ist die Zustimmung für Hatoyama allerdings unter die 20-Prozent-Marke abgestürzt. Ein Großteil dieses Vertrauensverlustes ist ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.