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Sparen in der Not

Klaus Joachim Herrmann über Sprüche für die Krisenzeit

»Spare in der Not, dann hast Du Zeit dazu«, lautet eine verballhornte Spruchweisheit. Sogar die hat was für sich. Denn die Zeiten mit weniger Geld sind gemeinhin deutlich länger als die Perioden mit mehr. Gefühlt schon gar. Ob nun aber real oder gefühlt, wohl niemandem scheint rigoroses Sparen in den besseren Zeiten höchst ernsthaft und mit allen üblen Konsequenzen in den Sinn zu kommen. Wie sonst ließen sich wohl so viel Milliarden an Schulden aufhäufen, dass man mit dem Zahlen der Zinsen kaum noch hinterher kommt. So schlecht waren die Zeiten in den vergangenen zwei Jahrzehnten ja nun auch wieder nicht.

Vielleicht taugten auch manch andere Sprüche nichts. Zum Beispiel jener, dass Gemeinwesen wie Staat oder Stadt einfach nicht pleite gehen könnten. Wenn doch, dann käme eben die Revolution. Sei es drum. Nun haben wir seit geraumer Zeit ja Krise. Schon deshalb kann man beim Sparen nicht mehr in die Vollen gehen. Dazu fehlt es in dreistelliger Millionenhöhe an Einnahmen.

Also setzt der Finanzsenator auf Effizienz. Er will Transfergelder bei jenen ankommen sehen, für die sie bestimmt sind. In der Not muss man eben mit Verstand sparen. Warum siegte da in solchen Fällen wie dem ICC nicht längst ganz einfach die preiswertere Lösung? Und wer würde in solchen Zeiten wohl allen Ernstes ein Schloss bauen wollen?

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