Ein überteuerter Homunkulus

Humboldt Forum und Stadtschloss »gehören auf null gestellt« – ein Plädoyer

  • Von Wolfgang Brauer
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die Debatte um das Berliner Stadtschloss gewinnt erneut an Schärfe. Vordergründig geht es um Geld, das man gerade in der Krise nicht hat, bei näherem Hinsehen aber um mehr.

Die Idee des Humboldt Forums ist eine Verlegenheitslösung und einer Melange von Misslichkeiten geschuldet. Mit großem Aufwand wurde/wird die Museumsinsel aufgehübscht. Die Entscheidung führte zu einem Legitimationsdruck auf die Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Warum die »Insel« und nicht auch Kulturforum und Dahlem? Die Antwort der Stiftung war banal: Wir überwinden den Eurozentrismus – es wurde ignoriert, dass Ägypten, der Vordere und Mittlere Orient, der islamische Raum mitnichten »Europa« sind –, indem wir die außereuropäischen Sammlungen in die Mitte holen.

Die Stiftung handelte durchaus egoistisch. Die Dahlemer Bauten sind marode. Da steht der übliche Baupfusch der 1950er Jahre. Das Sanierungsgeld glaubte man zu sparen, man muss nun aber trotzdem sanieren, weil es mit dem Schlossklotz denn doch zu lange dauert und immer mal wieder Fassade in Dahlem runterfällt. Außerdem will man da hin, wo eh schon die Touristen sind....


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