Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Braunkohle, Gas, Holz und die Umwelt

Öffentliche Diskussion über das Kraftwerk Klingenberg mit Vattenfall und Politikern

Berlin braucht Strom und Wärme – doch nur 60 Prozent des Bedarfs der Stadt werden vor Ort produziert. Im Lichtenberger Stadtteil Karlshorst will der Energieproduzent Vattenfall investieren und das alte Braunkohlekraftwerk durch drei neue moderne Kraftwerke ersetzen. Darum und damit um Umweltschutz ging es in einer Podiumsdiskussion der Linksfraktion der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung am Mittwochabend im Kreiskulturhaus Karlshorst.

»Vattenfall will etwas tun, um den Klimaschutz voranzubringen«, versicherte Vattenfall-Vertreter Reinhold Buttgereit. Der Ausstoß von Kohlendioxid solle halbiert werden. Bis 2016 soll das Gaskraftwerk fertig sein, zwei Jahre später die beiden Biomassekraftwerke. Dort würden dann jährlich 700 000 Tonnen Holz verbrannt. Den Rohstoff will Vattenfall beziehen aus der Garten- und Landschaftspflege in Berlin und im näheren Umfeld sowie aus einer alten Kautschuk-Plantage im westafrikanischen Staat Liberia. Bis jetzt werden in Klingenberg jährlich 1,3 Millionen Tonnen Braunkohle verbrannt

Umweltsenatorin Katrin Lompscher (LINKE) will in Klingenberg einen Balanceakt zwischen Versorgung der Stadt mit Energie und Umweltschutz hinbekommen. Sie ist froh darüber, dass das Thema Steinkohlekraftwerk seit März vom Tisch ist. »Jetzt wird es noch Prüfungen und Umweltstudien für Klingenberg geben«, betonte die Senatorin. An allen Planungsprozessen werde die Öffentlichkeit beteiligt, sicherte Senatorin Lompscher zu.

Wirtschaftsstadtrat Andreas Prüfer erinnerte daran, dass nun schon vier Jahre lang diskutiert werde, und es bisher nur um den Bebauungsplan und noch nicht um eine Baugenehmigung für das Kraftwerk gehe. Er wolle den Standort Klingenberg als Industriestandort erhalten, denn es »geht auch um Chancen für neue Arbeitsplätze für Berlin«. Prüfer argumentiert so gegen Tendenzen, den Bauplan ganz zu kippen und auf kleines Gewerbe und Wohnen entlang der Rummelsburger Bucht zu setzen. »Dort, wo seit fast 100 Jahren ein Kraftwerk steht, kann auch wieder eins gebaut werden«, erklärte Prüfer. Er will aber gleichzeitig darüber diskutieren, was noch am Blockdammweg entstehen soll. An kleines Gewerbe und vor allem Wohnungen ist gedacht, denn Karlshorst-West entwickelt sich zu einem beliebten Wohnort vor allem für junge Familien mit Kindern.

Für das Kraftwerk stehen drei Transportmöglichkeiten zur Verfügung – Wasser, Schiene und Straße. Der Vertreter von Vattenfall sicherte zu, dass vor allem der Wasserweg genutzt werde. Aber je kleiner das Einzugsgebiet sei, aus dem das Brennmaterial kommen werde, desto mehr wird ein Transport mit Lkw nötig werden. Doch »mehr als 20 Lkw pro Tag können die Straßen nicht passieren«, sagte der Stadtrat, und daran werde sich auch bis 2020 nichts ändern.

»Vattenfall wird am Standort Klingenberg keine Müllverbrennung vornehmen«, versicherte dessen Vertreter. Es gehe um eine Biomasseanlage. Buttgereit nannte Vattenfall ein lernendes Unternehmen, das mit den Bewohnern im Gespräch bleiben will.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln