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Wachsender Unmut im »Dschungelcamp«

Bewohner wollen Schließung von Flüchtlingsheim Möhlau / Kreistag Wittenberg berät Alternativen

  • Von Hendrik Lasch, Möhlau
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

206 Menschen leben im Flüchtlingsheim Möhlau – und wehren sich gegen Isolation und miserable Wohnbedingungen. Unterstützt werden sie selbst aus Afrika. Demnächst berät der Kreistag über eine mögliche Schließung.

Alassanie Dicko vorm Flüchtlingsheim Möhlau

Alassanie Dicko ist ein sehr ernster Mann. Mit verschlossenem Gesicht sitzt er in einem engen Zimmer im Flüchtlingsheim Möhlau und hört sich die Geschichten der Bewohner an: von Berisha, die seit zehn Jahren in der ehemaligen Kaserne am Heiderand wohnt, hier ihren Mann begraben hat und nicht versteht, warum ihr 18-jähriger Sohn keine Lehre beginnen kann. Von Nwefor, der aus Nigeria kommt, in Gräfenhainichen zwei kleine Kinder hat, aber in Deutschland keine Aufenthaltsgenehmigung erhält. Von der erkrankten Mohamedine, die der Vorladung zur syrischen Botschaft nur folgen kann, wenn ihr Mann mitfährt: »Aber die Ausländerbehörde erlaubt ihm das nicht.«

Alassanie Dicko hört lange schweigend zu. Erst draußen, im Hof vor dem heruntergekommenen Block, der von Ruinen umstellt am Ende einer langen Straße weit weg vom Dorf steht, platzt es aus ihm heraus. »Europa macht uns glauben, es sei auf Werten gegründet«, sagt er: »Welche Werte sollen das se...


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