Zweiter Anlauf des Revolutionärs

Ex-Militär und Ex-Rebellenchef wollen künftig gemeinsam Surinam regieren

  • Von Harald Neuber
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Mehr als 30 Jahre sind seit der »Revolution der Sergeanten« vom 25. Februar 1980 in Surinam vergangen, die von Oberstleutnant Bouterse angeführt wurde. Diesmal schickt er sich an, auf legalem Wege an die Macht zurückzukehren.

Desiré Bouterse gut gelaunt am Abend seines Wahlsiegs

In Surinam zeichnet sich zwei Wochen nach den Parlamentswahlen eine ungewöhnliche Regierungsbildung ab. Nach Angaben der Landespresse hat der ehemalige Militär Desiré Bouterse ein Koalitionsabkommen mit seinem einstigen Widersacher und Rebellenführer Ronnie Brunswijk geschlossen.

Beide Politiker hatten sich in den 80er Jahren einen mehrere Jahre währenden bewaffneten Konflikt geliefert, der rund 500 Menschenleben forderte. Desiré Delano Bouterse war am 25. Mai als Sieger aus den Wahlen hervorgegangen. Seine Allianz Mega Combination (MC) erreichte 23 der 51 Parlamentssitze. Um Bouterse erneut als Staatschef einzusetzen, benötigt die MC eine Zwei-Drittel-Mehrheit, das heißt elf Stimmen mehr. Für die Bildung einer Regierung sind nur drei Stimmen mehr oder die einfache Mehrheit nötig. Durch das Bündnis mit Brunswijk, dessen Partei »A-Combination« sieben Parlamentssitze erlangt hat, ist Bouterse der Staatsführung ein Stück näher gekommen.

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