Werbung

Faust aus DVU ausgeschlossen

Parteichef soll Fusion mit NPD ohne Vollmacht angekündigt haben

Hamburg (dpa/ND). Der Bundesvorsitzende der rechtsextremen DVU, Matthias Faust, ist mit sofortiger Wirkung aus der Partei ausgeschlossen worden. Der frühere Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2008 und Hamburger Parteichef bestätigte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa einen Bericht des Hörfunksenders NDR Info. Er kündigte jedoch an, juristisch gegen seinen Rauswurf vorzugehen. »Mein Anwalt und ich gehen dagegen in einem Eilverfahren vor.« Die DVU wirft ihm vor, eine Fusion der rechtsextremen Parteien NPD und DVU ohne Vollmacht des Vorstands angekündigt zu haben. Damit habe er gegen Interessen der Partei gehandelt und gegen Beschlüsse verstoßen.

Laut einem Schreiben, das dem NDR nach eigenen Angaben vorliegt, ist es Faust mit sofortiger Wirkung verboten, als Parteivorsitzender oder auch nur als Mitglied der DVU aufzutreten. Faust, der seit Anfang 2009 an der Spitze der rechtsextremen Partei steht, wies alle Vorwürfe zurück. »Das ist an den Haaren herbeigezogen.« Der Parteiausschluss ist nach seiner Ansicht nichtig. Er strotze nur so von Formfehlern. Außerdem sei er nie zu der Sache angehört worden.

Faust betonte, er habe am vergangenen Wochenende bei dem NPD-Parteitag in Bamberg lediglich von einer Mitgliederbefragung gesprochen, mit der die Stimmung zu einer möglichen Fusion ausgelotet werden soll. Diese Umfrage sei auch mehrheitlich vom Bundesvorstand abgesegnet gewesen. »Ich habe keine Fusion verkündet«, betonte Faust.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln