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Rückkehr nach Südafrika

Autobiografisches von J.M. Coetzee

  • Von Manfred Loimeier
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der südafrikanische Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee hat mit seinem jüngsten Buch »Sommer des Lebens« den dritten Teil seiner fiktionalisierten Autobiografie veröffentlicht. Waren »Der Junge« sowie »Die jungen Jahre« der Kindheit auf einer Farm und der Zeit als Programmierer in London gewidmet, so schildert »Sommer des Lebens« Coetzees Rückkehr nach Südafrika zu Beginn der 1970er Jahre.

Mit fast jedem seiner Bücher hat sich dieser Autor in einer eigenen literarischen Form versucht. Sein Debüt »Dusklands« war ein Kolonialroman, »Im Herzen des Landes« ein Farmroman, »Eiserne Zeit« eine Art Briefroman, »Eliza-beth Costello« ein platonischer Dialog, »Tagebuch eines schlimmen Jahres« eben ein Tagebuch. In »Sommer des Lebens« widmet sich Coetzee dem Interview- beziehungsweise Nachlassband.

In diesem Buch ist nämlich ein Schriftsteller namens John Coetzee gestorben. Ein junger Mann, Mr. Vincent genannt, plant eine Biografie des Verstorbenen und befragt einige Frauen aus dem Leben des fiktiven Coetzee sowie einen Kollegen von der Universität. Scheu, schüchtern und verkopft hat Coetzee demnach gewirkt. Natürlich ist dieses Selbstbild konstruiert, selbst wenn es zum Teil auf Coetzees wahre Biografie zutreffen mag. Aber um diese geht es gar nicht so sehr. Denn durch die mehrfache Selbstbespiegelung aus den Augen erfundener Figuren schreibt Coetzee vor allen Dingen über seine südafrikanische Heimat. Er berichtet von der Karoo, der Verbundenheit mit der afrikaansen Sprache, und er liefert gegen Schluss des Buchs eine ergreifende Schilderung von der Pflegebedürftigkeit seines Vaters.

»Sommer des Lebens« lässt sich genießen, auch ohne dass man um Werk, Bedeutung und Figur des Autors weiß. Natürlich spielt Coetzee selbstironisch auf sich an. Aber es könnte auch die Biografie eines völlig fiktionalen Protagonisten sein. Man liest den Roman nicht nur deshalb mit Begeisterung, weil man darin mehr über Coetzee zu erfahren hofft, den doppelten Booker-Preisträger, der seit 2002 in Australien lebt. Man liest »Sommer des Lebens« deshalb mit Spaß, weil das Buch intelligent, fesselnd, heiter und gelassen geschrieben ist.

J.M. Coetzee: Sommer des Lebens. Aus dem Englischen von Reinhild Böhnke. S. Fischer Verlag. 297 S., geb., 19,95 €.

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