Seismogramme der Verwerfungen

Die 6. Berlin Biennale präsentiert Gegenwartskunst aus aller Welt

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Kunst spiegelt Wirklichkeit und schafft sich so bisweilen ihre eigene Wirklichkeit, die, vom Filter des jeweiligen Künstlers geprägt, mit der äußeren Realität nicht mehr viel zu tun haben muss. »Was draußen wartet« steht nicht von ungefähr als Titel über der 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, die bis zum 8. August Positionen der Gegenwartskunst aufzeigen möchte. Die österreichische Kuratorin Kathrin Rhomberg hat hierzu 43 internationale Einzelkünstler oder Künstlerduos geladen, ihre Sicht auf eine von Krisen und Verwerfungen geschüttelte Welt zu artikulieren.

Was draußen wartet, außerhalb des eigenen Selbst, ist keine friedfertige Zeit, die zu Kontemplation anregt, sondern die Endphase eines ganzen Systems, das eben noch durch den Untergang der Konkurrenz paradiesische Zustände erhoffte und nun ökonomisch, politisch, moralisch angsterregend rapide verschleißt. Wie Kunst auf dies bedrohlich fordernde »Draußen« reagiert, fragt ...

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