Der Indianer und der Schmerz

Der Schauspieler Gojko Mitic wird am Sonntag siebzig Jahre alt

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Körper ist nur befristet das Kapital eines Menschen. Muskeln bilden nur auf Zeit das, was man Männlichkeit nennt. Das Abenteuer-Kino öffnet den kräftigen Helden nur für eine gewisse biologische Dauer die Breitwand. Als Gojko Mitic die Sommerfilmtage der DDR in Indianerfestspiele verwandelte und Osceoloa, Ulzana, Tecumseh, Chingachgook, Tokaitho und andere zu Sympathieträgern einer ganzen nationalen Kinematografie erhob – da war der DEFA und ihrem Publikum neben dem Körpermenschen, neben dem Muskelmann und neben dem kräftigen Helden schlichtweg auch ein sympathischer, bescheidener Künstler beschert worden.

Und die Indianer, diese Gejagten und Leidenden aus unendlich vielen Wild-West-Filmen? Bei DDR-Produktionen kam zu Edelmut und Edelmut tiefes Gefühl für soziale, kulturelle und humanwürdige Wurzeln dieser ausgebeuteten Völker. Der DEFA-Indianerfilm verkaufte keine Folklore, er erzählte fürs historische Bewusstsein, er war lieb...


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