Ronaldo will Erbe Eusébios antreten

Nordkorea mit Selbstvertrauen in die Partie

  • Von Hubert Kahl und
  • Lesedauer: 2 Min.

Christian Kunz, dpa

Der verletzte Spielmacher Deco liegt im Dauerclinch mit Trainer Carlos Queiroz, Superstar Cristiano Ronaldo trifft das Tor nicht mehr: Vor der Neuauflage des legendären WM-Viertelfinales von 1966 gegen Nordkorea stehen die Zeichen für Portugal auf Sturm. Wenn der WM-Vierte von 2006 nicht endlich zur Harmonie findet und Ronaldos Torflaute in der Nationalelf anhält, könnte die WM-Safari für den teuersten Fußballer der Welt und dessen Kollegen ein schnelles Ende nehmen. Die Diskussion über seine magere Trefferquote kann das Selbstvertrauen von Ronaldo jedoch nicht erschüttern: »Es ist nicht das Ende der Welt, wenn ich nicht treffe. Aber am Montag treffe ich«, tönte er.

Gegen Nordkorea hilft nach dem Remis gegen die Elfenbeinküste nur ein Sieg weiter. Denn im Gruppenfinale wartet mit Rekord-Weltmeister Brasilien der härteste Brocken in der Vorrunde. Auf dem Papier ist die heutige Partie eine einseitige Angelegenheit: Portugal steht in der FIFA-Weltrangliste auf dem 3., Nordkorea auf dem 105. Platz. Aber die Portugiesen sind gewarnt: Brasilien tat sich beim 2:1 gegen den Abwehrriegel Nordkoreaner äußerst schwer. Und Portugal hat gegen defensiv eingestellte Teams ohnehin Probleme.

Vor allem Ronaldos Torflaute schmerzt die »Selecção«. Gegen Nordkorea will er das Erbe von Eusébio antreten, der bei der WM 1966 vier Tore zum denkwürdigen 5:3-Sieg der Portugiesen über Nordkorea beigesteuert hatte. »Ich hoffe, dass die ersten 23 Minuten des Spiels vor 44 Jahren sich nicht wiederholen«, sagte Eusébio bei einem Besuch im WM-Quartier der Portugiesen. Damals lag Portugal 0:3 zurück, ehe Eusébio sein Team noch zum Sieg schoss. Diesmal meint der 68-Jährige: »Mir würde schon ein 1:0-Sieg reichen.«

Nordkorea will die Punkte nicht kampflos preisgeben. »Ich glaube, dass wir viel Erfahrung gewonnen haben und in den nächsten zwei Spielen mehr Selbstvertrauen zeigen können«, sagte Coach Kim Jong Hun. Auch die Nordkoreaner denken an die WM 1966 zurück, als sie einen 1:0-Sensationssieg über Italien landeten. Siegtorschütze Pak Doo Ik wurde zur Fußball-Legende. Wie 2010 gab es damals eine Auftaktniederlage, ein Unentschieden – und schließlich den historischen Sieg gegen die Azzurri. Das Team von heute würde es den Helden von einst gerne nachmachen. »Aber es wird schwer, die nächste Runde zu erreichen«, sagte Stürmer Jong Tae Se.

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