»Das versteht kein Mitglied«

CDU-Kreisvorsitzende ließen in der Berliner Parteizentrale Dampf über eigene Führung ab

  • Von Joachim Schucht, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Dramatischer Mitgliederschwund und Umfrageschock, Holperstart der Regierung und lautes Gemurre über das Sparpaket. Die Krise der Koalition hat auch die CDU erreicht.

Der Mann aus dem tiefschwarzen Münsterland nimmt kein Blatt vor den Mund. Seit 35 Jahren sei er in der CDU dabei, darauf weist Edelbert Rauen gleich hin. Dem Bürgermeister der Gemeinde Wettringen ist die Verzweiflung anzumerken. »Was sich seit der letzten Bundestagswahl abgespielt hat, verstehen weder die Wähler noch die Mitglieder«, erregt sich der gestandene Christdemokrat. Viel Hoffnung, dass es bald besser wird, hat Rauen offenbar nicht. Es gebe ein »riesiges Glaubwürdigkeits- und Vertrauensproblem«, klagt er. Wenn das so weiter gehe, »sind wir in den Umfragen bald unter 30 Prozent«.    Gut 150 Kreisvorsitzende sind zum Ratschlag ins Berliner Konrad-Adenauer-Haus gekommen.

Wie die Stimmung an der Basis derzeit ist, darüber macht sich die CDU-Spitze keine Illusionen. »Der Wind weht uns kräftig ins Gesicht«, räumt Generalsekretär Hermann Gröhe ein. So wie in den letzten Wochen könne es nicht weitergehen. Oben auf dem Podium macht sich...


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