Welch eine Neugier, welch Bescheidenheit

Menzel-Zeichnungen und Kunst von heute

  • Von Peter H. Feist
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Adolf Menzels Zeichnung »Ungemachtes Bett«, ca. 1845

Adolph Menzel galt nach einem langen Schaffen zu Recht mindestens in Berlin als einer der wichtigsten deutschen Maler des 19. Jahrhunderts und hatte sogar in Paris seine Bewunderer. Für modernistische Auffassungen im 20. Jahrhundert erschien seine Kunst jedoch als etwas längst Überholtes. Dass seine Art von Realismus in der DDR, besonders in deren früher Phase, als Tradition hoch geachtet wurde, nutzte man im Westen weidlich als Argument, um den sozialistischen Realismus von DDR-Künstlern als altmodisch und uninteressant abzutun. Deshalb ist es umso auffälliger, dass jetzt die 6. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, die von den Kunstwerken Institute for Contemporary Art veranstaltet wird, eine Ausstellung »Menzels extremer Realismus« in ihr Programm einbezieht.

In der Alten Nationalgalerie, wo Hauptwerke von Menzels Malerei wie das »Balkonzimmer« und das »Eisenwalzwerk« als ständige Glanzstücke hängen, sind vorübergehend 46 Zeich...


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