»Es kommt die Zeit, da sie es tun ...«

Vor 70 Jahren: Der Anschluss des Baltikums an die UdSSR – für Stalin nicht von strategischem Vorteil

  • Von Karl-Heinz Gräfe
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.
Stalin und Ribbentrop – Einigung auch über das Baltikum

Die aus dem Russischen Reich 1918 hervorgegangenen Staaten Estland, Lettland und Litauen kamen nach dem Abschluss des Nichtangriffspaktes und des Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und der UdSSR (23. August und 28. September 1939) in die sowjetische Einflusssphäre. Stalin schloss zunächst im Herbst 1939 nahezu problemlos mit den baltischen Diktatoren Konstantin Päts, Karlis Ulmanis und Antanas Smetona Beistandsverträge ab, die die Einrichtung von Militärstützpunkten ermöglichten.

Nach der Aufteilung Polens zwischen Hitlerdeutschland und der Sowjetunion »schenkte« Stalin Litauen das vorwiegend polnisch und jüdisch besiedelte Wilna-Gebiet. Gleichzeitig wurden 83 000 Baltendeutsche in das deutsch besetzten Polen umgesiedelt. Die 60 000 zwangsausgesiedelten litauischen »Volksdeutschen« kamen ab 1942 teilweise als Kolonisten in den von Nazideutschland okkupierten »Generalbezirk Litauen« zurück. Stalin informiert Komintern-Chef Geor...


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