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Elfenbeintürme

Die Stunde der Hobby-Pädagogen schlug in Berlin Mitte der vergangenen Woche – als Reaktion auf die bundesweiten Schulleistungsvergleiche. So sieht die »BZ« vom 24.6. Bildungssenator Zöllner (SPD) »auf dem Holzweg« und schießt sich auf die angebliche »Reformeritis« der rot-roten Bildungspolitik ein – ganz so als seien jene Reformen Selbstzweck und nicht Reaktion darauf, dass das deutsche Bildungssystem mit seiner frühen Selektion seit Jahrzehnten von sämtlichen internationalen Institutionen als diskriminierend gebrandmarkt wird. Die Kollegen vom Boulevard juckt das nicht. Für sie sind die Berliner Reformen »ideologisches Experimentierfeld mit sinkenden Zukunftschancen«.

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Mit ausgebildeten Pädagogen (oder auch Statistikern) haben auch die Redakteure von der »Morgenpost« das Thema nicht besprochen. Sonst würden sie kaum in dieselbe Kerbe schlagen, indem sie am 23.6. feststellen, dass »sämtliche Schulreformen« bisher »offenbar« wenig gebracht hätten. Dass die Metropole Berlin natürlich mit anderen Voraussetzungen zu kämpfen hat als das Schwabenland, fällt hier mal eben unter den Redaktionstisch.

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Die Kollegen vom »Tagesspiegel« wiederum nutzen die Gunst der Stunde, um am 23.6. das in Berlin neue jahrgangsübergreifende Lernen als »Desaster«, »reine hochkarätige Gutmenschlichkeit« und »Stück aus dem Elfenbeinturm« zu verunglimpfen. Wer hier tatsächlich im Elfenbeinturm sitzt, nämlich die Gymnasiums-Gralshüter der Tagesspiegel-Klientel, bleibt unerwähnt.

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