Werbung

Empörung über Forderung nach Intelligenztests für Zuwanderer

Bundesregierung weist Vorstoß aus Unionskreisen als »abwegig« zurück

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Berlin, 28. Juni (AFP) - Die von zwei CDU-Politikern erhobene Forderung nach einem »Intelligenztest« für Zuwanderer hat bei Bundesregierung und Opposition einhellig Empörung ausgelöst. Die Idee sei »abwegig« und »auch nicht von besonderer Intelligenz geprägt«, sagte Regierungssprecher Christoph Stegmanns am Montag in Berlin. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärte, der Vorstoß zeuge von einem diskriminierenden Menschenbild und werfe ein »abschreckendes Licht« auf Gedanken einzelner Politiker. Deutschland brauche Zuwanderung, um künftig erfolgreich sein zu können.

Der CDU-Rechtsexperte und Vorsitzende des Innenausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses, Peter Trapp, hatte in der »Bild"-Zeitung vom Montag die Forderung erhoben, »Intelligenztests« für Einwanderer einzuführen. Die Immigration nach Deutschland müsse nach Kriterien erfolgen, »die unserem Staat wirklich nutzt«. Neben guter Berufsausbildung und fachlicher Qualifikation sollte auch Intelligenz als Maßstab dienen. Der CSU-Europaparlamentsabgeordnete Markus Ferber verwies auf eine angebliche Regelung in Kanada, wonach Kinder von Einwanderern einen höheren Intelligenzquotienten als einheimische Kinder haben müssten. Kanada sei in dieser Frage »viel weiter«, wurde Ferber zitiert.

Die Forderung nach Intelligenztests für Zuwanderer schüre massiv Vorurteile, sagte Regierungssprecher Stegmanns. Zuwanderern einen Mangel an Intelligenz zu unterstellen, sei »eindeutig diskriminierend«. Die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer, erklärte, »statt zu spalten, sollten wir gemeinsam für ein gutes Miteinander werben«.

Ali Al Dailami, Mitglied im Parteivorstand der Linken, sprach von einer »dummen Forderung« und »Nützlichkeitsrassismus«. Die Idee enthülle auch das mangelnde Wissen der Unionspolitiker über Migrationspolitik. Im vergangenen Jahrzehnt seien mehr Menschen aus Deutschland ausgewandert als ins Land gekommen.

Der FDP-Innenpolitiker Hartfrid Wolff bezeichnete es zwar als »erfreulich«, wenn sich in der Union die Erkenntnis durchsetze, dass die Steuerung von Zuwanderung durch e»Das kurze Jahrhundert. Kommunismus in Österreich. KPÖ 1918 – 2008« »Das kurze Jahrhundert. Kommunismus in Österreich. KPÖ 1918 – 2008« in System verbessert werden müsse, das die Bedürfnisse des deutschen Arbeitsmarktes und die Integrationsfähigkeit der Bewerber erfasse. Der vorgeschlagene Intelligenztest sei allerdings ein missverständlicher Begriff und daher abzulehnen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen