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Lieber etwas blasser

Zahl der Fälle von Schwarzem Hautkrebs nimmt in Deutschland zu

Seit zwei Jahren ist das Hautkrebs-Screening in Deutschland eine Regelleistung für alle Versicherten ab 35 Jahre. Elf Millionen der 45 Millionen Anspruchsberechtigten nutzten die Untersuchung bereits. Jedes Jahr erkranken 195 000 Menschen neu an Hautkrebs. Deshalb starteten jetzt die Deutsche Krebshilfe und zwei medizinische Fachverbände eine Aufklärungskampagne in Betrieben.

Hautkrebs ist die am häufigsten auftretende Krebserkrankung. Etwa jeder Achte erkrankt bis zum Alter von 75 Jahren daran. Die Tendenz dabei ist steigend – in der Bundesrepublik und auch weltweit. Die am häufigsten diagnostizierten Tumorarten, Basaliome und Spinaliome, sind aber selten lebensbedrohlich. Die höchste Sterblichkeit wird durch den sogenannten schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom, bewirkt. Ist es dünner als ein Millimeter, kann es operativ entfernt werden. Die Heilungschancen liegen mittlerweile bei über 95 Prozent.

Weltweit nehmen diese Melanome unter der weißen Bevölkerungen zu, insbesondere bei Hellhäutigen, die sich stark der Sonne aussetzen. In Mitteleuropa kommen 12 Fälle auf 100 000 Einwohner und Jahr, in den USA bis zu 25 und in Australien sogar bis zu 60 Fälle. Das maligne Melanom der Haut verursachte in Deutschland 2004 bei Männern 1256, bei Frauen 1037 Todesfälle. Besonders für über 50-jährige Männer steigt das Risiko deutlich an. Experten sind sich einig, dass dieser Krankheit durch mehr Zurückhaltung beim Bräunen der Haut, sei es durch Sonnenschutz oder Solarienabstinenz, wirkungsvoll vorgebeugt werden könnte. Über den Effekt der Vorsorgeuntersuchung sind sich aber selbst die Onkologen nicht einig.

Patienten sollten über die Vor- und Nachteile informiert werden, einigten sich die Fachärzte auf dem Berliner Krebskongress im Februar. Denn, so räumen etwa Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V. ein, zur Überdiagnostik könne es auch bei diesem Screening kommen. Die Spezialisten sehen aber die Konsequenzen als nicht so »dramatisch« an wie etwa bei einem falsch-diagnostizierten Brustkrebs. Die Zahl der nicht erkannten Fälle könne erst in vielen Jahren nach einem Abgleich mit den Krebsregistern nachgewiesen werden. Das Screening selbst wird nach fünf Jahren evaluiert. Auf diese Zusammenhänge macht auch das spezielle Faltblatt der Deutschen Krebshilfe vorsichtig aufmerksam und ermuntert die Interessenten zu einer informierten Entscheidung angesichts aller Risiken und Nebenwirkungen. Eine derartige Vorsorgeuntersuchung gibt es bisher in keinem anderen Land der Welt, obwohl in den USA oder in Australien weit mehr Menschen an Hautkrebs erkranken als in Deutschland.

Zum Hautkrebs-Screening zählt nicht nur eine standardisierte Untersuchung der gesamten Körperoberfläche durch den Arzt, sondern auch die Erkundung eigener und familiärer Vorerkrankungen sowie die Beratung zum richtigen Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung. Bei einer Verdachtsdiagnose durch einen Hausarzt folgt die Überweisung zum Dermatologen. Viele Krankenkassen bezahlen die Untersuchung, für die etwa 20 Euro abgerechnet werden können, mittlerweile auch jüngeren Versicherten, teilweise auch in jährlichen Abständen. Für das Screening ist keine Praxisgebühr fällig.

www.hautkrebs-screening.de

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