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Soso, der Berliner CDU-Innenpolitiker Peter Trapp will einen IQ-Test für Einwanderer. »Nützlich« sollen sie sein, die Neudeutschen, denn wer dumm ist, nützt den Altdeutschen nichts. Recht(s) so? Der Chef der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, forderte gar eine europäische Einwanderungsregelung auf Basis des IQ. Dass der mit standardisierten Tests gemessene Intelligenzquotient eine soziale und moralische Kategorie ist, die eher das überlegene Angepasstsein der Mittel- und Oberschicht demonstriert und immer wieder festschreibt und keineswegs etwas über die Klugheit eines Menschen aussagt, kritisieren Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Deshalb ist es auch kaum zielführend, jetzt für diese Vorschläge den beiden – die wahrscheinlich in IQ-Tests hervorragend abschneiden würden – »mangelnde Intelligenz« ob ihrer rechtspopulistischen Vorschläge zu unterstellen, wie es Vertreter vieler Parteien aus unterschiedlichen Gründen tun. Das hieße in die gleiche Falle zu trappen – wenngleich die Versuchung groß ist, derlei Vorschlägen einfach den Stempel »dumm« aufzudrücken.

Anscheinend ist bei Peter Trapp in Berlin schon Wahlkampf: Er versucht, die durch permanente Demonstrationen ihrer Politikunfähigkeit zerlegte Hauptstadtunion gegen die 2011 bei den Abgeordnetenhauswahlen erstmals kandidierenden Rechtspopulisten der Pro-Bewegung gut aufzustellen. Mit dem Gerede von »Nützlichkeit« ist implizit die Feststellung verbunden, der IQ habe weniger mit sozialer als mit ethnischer Herkunft zu tun. Und darum sind die Äußerungen von Trapp und Ferber nicht dumm, sie sind rassistisch.

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