Die gestohlene Zeit: Einrücken zum Männerulk

Statt Ausstieg aus der Wehrpflicht weiter »Gammeldienst« – Bundeswehr zieht ihre ersten W6-ler / Der Bundestag beschloss nur die Senkung der Wehrdienstzeit, statt das Relikt des Kalten Krieges ganz abzuschaffen

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Weg von der Arbeitslosigkeit, rein in die Arbeitslosigkeit. Das ist Wehrpflicht. Nun wird sie kürzer, doch mehr junge Männer sind von diesem Zwang betroffen. Am 1. Juli rücken zum ersten Mal sogenannte W6-ler ein. Die Bundeswehr treibt damit weiter in eine irrationale Zukunft.

Wer morgen die Uniform anziehen muss, kann sie in einem halben Jahr wieder abstreifen. Doch schon aus Kostengründen ist die Wehrpflich ein Auslaufmodell.

Kofferpacken, überall in der Republik. Der Moloch Bundeswehr öffnet die Kasernentore und verschluckt mal wieder zehntausende junge Männer. Unlängst hat der Bundestag beschlossen, die Wehrpflicht von neun auf sechs Monate zu senken. W9 zu W6.

Im vergangenen Jahr berief die Bundeswehr gut 68 304 Rekruten ein. Zwischen 2000 und 2009 hat man das menschlich-männliche »Zwangsdienstreservoire« durchschnittlich zu 82,8 Prozent ausgeschöpft. Das reicht laut Bundesverfassungsgericht, um wehrgerecht zu sein. Fragwürdig ist dabei schon der Grundsatz, denn der Staat ermächtigt sich per Gesetz, jungen Menschen ein Stück ihres selbstbestimmten Lebens zu entziehen. Dass gilt nicht nur für die, die Uniform tragen, sondern auch für alle, die ihre Verweigerung als Zivildienstleistende abbüßen müssen. Und das zu Zeiten, in denen Deutschland kein Angriff droht.

Nun kommen sie also wieder, mehr oder weniger begeistert. Doch die Vorgesetzten haben nicht die ...

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