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Grips-Theater

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(dpa). »Sinnliches, komödiantisches Theater« will der neue Grips-Chef Stefan Fischer-Fels (46) an der Berliner Kinder- und Jugendbühne zeigen. Der vom Jungen Schauspielhaus Düsseldorf kommende Fischer-Fels löst im Sommer 2011 Volker Ludwig ab. Der 73-jährige Theatergründer Ludwig (»Linie 1«) übergibt den Chefposten damit nach 42 Jahren an eine jüngere Generation. Es sei ihm wichtig zu betonen, dass es sich um eine »freundliche Übernahme« handele, sagte Fischer- Fels am Montag. Er plane am Grips-Theater, wo er selbst zehn Jahre lang Dramaturg war, keinen Umsturz, sondern eine behutsame Weiterentwicklung. Ludwig bleibt dem Theater als Hausautor und Mitglied der Geschäftsführung erhalten.

»Ich verstehe mich als Ermöglicher von Stücken und neuen Spielweisen«, sagte Fischer-Fels. »Ich verstehe mich mit Sicherheit nicht als Traditionsverwalter« – aber der Kern der Grips-Idee für ein sozialkritisches Theater für ein breites Publikum bleibe auf jeden Fall erhalten. Er begreife das Grips als Autoren- und Uraufführungstheater mit einem starken Schauspielerensemble. Er werde auch das Mitbestimmungsrecht des Ensembles bei Spielplanüberlegungen und Besetzungen beibehalten. Fischer-Fels hat einen Vertrag bis 2016, mit der Option auf Verlängerung, über die nach drei Jahren verhandelt wird.

In der letzten Spielzeit von Volker Ludwig zeigt das Theater fünf Uraufführungen. Eröffnet wird die Saison am 6. Oktober mit »Krach im Bällebad« von Ilona Schulz und Boris Pfeiffer. In dem Stück für Kinder ab 5 Jahren geht es um einen Jungen und ein Mädchen, die von ihren Eltern im »Kinderparadies« eines Kaufhauses »geparkt« werden und sich langsam miteinander anfreunden.

Für ein neues Stück von Ludwig mit dem Arbeitstitel »Bleib bei dir« (Uraufführung Ende Mai 2011) sammelt das gesamte Grips-Team Stimmen von Berlinern. Schauspieler, Theaterpädagogen und Dramaturgen werden im kommenden halben Jahr in Jugendfreizeitheimen und Schulen, auf der Straße und in der U-Bahn unterwegs sein. Dort wollen sie die Menschen nach ihrem Leben und ihren Träumen fragen. Die Recherchen fließen dann in das Stück von Ludwig ein. »Es heißt ja nicht, dass ich aus dem Theater verschwinde«, sagte er. »Ich werde jetzt mehr Zeit haben zu schreiben.«

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