Lutz Debus 10.07.2010 / Wochennd

Die HJ stahl ihnen die Musik

An diesem Sonntag findet im Kölner Friedenspark das Edelweißpiratenfestival statt

Familienfoto

Als wäre die Zeit in den 50er Jahren stehengeblieben, so sieht es im »Weißen Holunder« aus. Die Kneipe in der nördlichen Innenstadt von Köln ist vollgestopft mit Antiquitäten. Werbetafeln aus Emaille preisen längst vergessene Zigarettenmarken. Auf Regalbrettern stehen etliche alte Röhrenempfänger. Elvis und Marilyn Monroe lächeln von ihren Plakaten herab. Es riecht nach westdeutscher Nachkriegszeit, nach süßem Parfum und schweren Zigarren. Die Versammelten, die an den gedeckten Kaffeetafeln sitzen, haben von ihrer Geschichte zu berichten, die just in jener Epoche endet. Sie nannten sich »Edelweißpiraten« oder »Bündische Jugend«, »Naturfreunde« und »Katholische Jungschar«, sie wollten wandern, klampfen und singen, ohne zu marschieren, ohne Trommelschlag und Hitlergruß. Sie sind die letzten Vertreter der unangepassten Jugend im Städtedreieck Köln, Düsseldorf und Wuppertal während der Nazizeit. Die Älteste feiert heute ihren 90. Geburtsta...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: