Zentrum gegen Schickimickisierung

Hamburgs Stadtteiltreff »Centro Sociale« erhält endlich einen Mietvertrag

  • Von Volker Stahl, Hamburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Das Hamburger »Centro Sociale« gibt es erst seit 2008, doch der selbstverwaltete Stadtteiltreff ist längst eine Institution. Durch zahlreiche Protestaktionen und Info-Veranstaltungen hat er wesentlich dazu beigetragen, dass in Hamburg das Bewusstsein für das Problem der Gentrifizierung in der breiten Öffentlichkeit geschärft worden ist. Inzwischen sieht sich der schwarz-grüne Senat in zahlreichen Stadtteilen mit Bürgerinitiativen konfrontiert, die sich gegen Abrisspläne und kommerzielle Aufwertungstendenzen zur Wehr setzen.

Hamburgs Protestbewegung gegen die Gentrifizierung hat dieser Tage einen bedeutenden Erfolg erzielt. Der selbstverwaltete Stadtteiltreff »Centro Sociale« am Schanzenviertel bekam nach zähen Auseinandersetzungen nun einen Mietvertrag für fünf Jahre mit Option auf weitere fünf Jahre Verlängerung. Damit konnten sich die Anwohner des stark von Mietsteigerung und Ballermannisierung betroffenen Quartiers einen der letzten Freiräume sichern, wo sich Mieterinitiativen, Kulturgruppen und politische Bündnisse treffen können.

Dem aktuellen Vertragsabschluss vorausgegangen war ein einjähriger Kampf mit der privatisierten Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG), die das zum ehemaligen Schlachthof gehörende Backsteingebäude treuhänderisch verwaltet. Sie hatte im vergangenen Jahr für die Weiternutzung einen Wettbewerb ausgeschrieben und damit dem »Centro Sociale« wirtschaftlich stärkere Konkurrenten vor die Tür gelockt.

Eine leere Halle

»Der Wettbewerb ...


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