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Spanier rüsten für die Party

Team von Trainer del Bosque sieht sich in der Favoritenrolle

  • Von Thomas Nowag und Antje Rehse, SID
  • Lesedauer: 3 Min.

Die Königin kommt, das Orakel stimmt, selbst das niederländische Fußballidol Johan Cruyff sagt einen Sieg voraus: Die finale Fiesta der Spanier kann beginnen. »Wir werden alle Menschen glücklich machen«, verspricht Halbfinal-Held Carles Puyol vor dem ersten WM-Endspiel in der spanischen Fußball-Geschichte. Die Fans chartern reihenweise Flugzeuge, um den historischen Tag live in Johannesburg zu erleben.

Der erste WM-Titel soll her und der 11. Juli der neue Nationalfeiertag werden. »Ganz Spanien wird im Rausch sein«, schrieb die Tageszeitung »Marca«. Am Freitagvormittag überschlugen sich endgültig sämtliche Medien: Orakel-Krake Paul tippte in Oberhausen auf den Europameister, er fischte sein Essen aus dem spanischen Behälter. Das spanische Fernsehen übertrug das Muschelessen live, im Internet war die Hölle los.

Am Sonntagabend wird entweder Iker Casillas oder Giovanni van Bronckhorst den goldenen WM-Pokal in die Höhe stemmen. »Geschichte haben wir schon geschrieben. Jetzt wollen wir diese WM krönen«, sagt Spaniens Halbfinaltorschütze Puyol. Nationaltrainer Vicente del Bosque wäre in diesem Fall wahrscheinlich der neue König von Spanien. »Wir haben bis hierhin Weltklassefußball gespielt, auch gegen die ganz starken Deutschen. Gegen Holland wollen wir noch besser werden und den Pokal nach Hause bringen«, sagt der 60-Jährige.

In der Heimat rüsten sich alle schon für die große Party. Die Rote Furie, die einst so ungeliebte Nationalmannschaft, vereint die verschiedenen Volksgruppen wie nie zuvor. Hunderttausende werden von Cadiz bis Barcelona auf den Straßen, vor den Leinwänden mitfiebern – Basken und Katalanen, Andalusier und Galicier.

Sie werden auch verfolgen können, wie die beiden Superstars dieser WM aufeinandertreffen und neben dem WM-Pokal auch um den Goldenen Ball kämpfen, den Preis für den besten Spieler des Turniers: David Villa gegen Wesley Sneijder – ein Duell von entscheidender Bedeutung für das Finale. Und beide sagen: »Ich bin in der Form meines Lebens.«

Villa hat bislang – wie Sneijder – fünf Tore erzielt und will auch die Niederländer auf die Hörner nehmen. »Im Endspiel zu stehen, ist ja schon historisch. Aber wir wollen jetzt noch mehr Geschichte schreiben«, sagt »Maravilla«, das Wunder.

Sein Sturmpartner dagegen wird wahrscheinlich wieder auf der Bank sitzen. Fernando Torres ist die traurigste Figur der Spanier, ein Spieler, für den der WM-Titel mit einem Makel behaftet wäre. »Er ist großartig«, meint del Bosque und ergänzt aber vielsagend: »Aber auch andere verdienen es zu spielen. Das ist bitter für diejenigen, die nicht dürfen.«

Am Sonntag setzt del Bosque auf Erfahrung. »Wir sind eine Gruppe von Champions. Viele haben schon große Finals gespielt, und jetzt kommt ihr größtes Spiel. Jetzt können sie zeigen, dass sie es drauf haben.«

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