Die Realität zur Kenntnis nehmen

  • Von Ralf Krämer, Harald Schindel und Horst Schmitthenner
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Katja Kipping sollte darauf verzichten, die Programmdebatte mit Fehlinterpretationen und falschen Unterstellungen zu führen. So unterschiebt sie dem Programmentwurf einen Arbeitsbegriff und eine »Verherrlichung der Arbeit«, der es um die »Rechtfertigung des Privateigentums der Bourgeoisie« gehe. Einen Beleg für diese Behauptung gibt es nicht. Tatsächlich ist im Entwurf mehrfach von »Erwerbsarbeit und anderen gesellschaftlich notwendigen Arbeiten« die Rede, von »Arbeit in der Familie« und vom Ziel der »gerechten Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit auf Männer und Frauen«. Das macht ja wohl nur Sinn, wenn nicht nur die Erwerbsarbeit als Arbeit betrachtet wird.

Im Programmentwurf steht: »Einkommen und Vermögen werden durch Arbeit erzeugt und sollen daher entsprechend dem Beitrag zum gesellschaftlichen Arbeitsprozess sowie nach Bedürftigkeit verteilt werden.« Katja macht daraus, »dass allein Erwerbsarbeit als Quelle von gesellschaftl...

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