Werbung

Tornado verwüstet Campingplatz auf Helgoländer Düne

Unwetter fordern im Nordwesten Deutschlands zwei Todesopfer / Zugverkehr auf zahlreichen Strecken unterbrochen

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ein gewaltiges Sommergewitter hat in Nordwestdeutschland zwei Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche Personen wurden verletzt, die Sachschäden gehen in die Millionenhöhe.

Das Sturmtief »Norina« wütete vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Im südwestlichen Niedersachsen kam am Tierpark der Stadt Nordhorn eine Frau ums Leben. Eine große Pappel knickte um und stürzte auf ein Haus. Dort hatte die 47-Jährige auf einer Radtour mit ihrem Hund Schutz vor dem Sturm gesucht. In Köln kam eine 54-jährige Rollerfahrerin um, die sich in einer Unterführung untergestellt hatte und dort von einem Lkw erfasst wurde.

Am späten Nachmittag tobte ein Tornado über die Helgoländer Düne, eine dem Hauptfelsen vorgelagerte Badeinsel. Elf Menschen wurden laut Feuerwehr verletzt, vor allem von umherfliegenden Strandkörben. Der Campingplatz wurde fast völlig verwüstet. Auf dem kleinen Flugplatz kippte eine Propellermaschine um. »So etwas habe ich noch nicht erlebt«, sagte der 63-jährige Augenzeuge Wilfried Richters. Wie eine schwarze Wand raste das Unwetter heran.

Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter Schäden von etwa einer Million Euro an. Sturmböen mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde rissen einen 157 Meter langen und 17 Meter breiten Schiffsneubau los. Der Frachter stellte sich im Hafen quer und krachte gegen die Werftanlage. Dadurch sprang ein Kran aus den Schienen, stürzte um und fiel auf das Schiff und zwei Dächer. In Utgast stürzte ein Bauernhaus ein. Von den ostfriesischen Inseln war Baltrum am schlimmsten betroffen. Der Orkan schlug dort eine regelrechte Schneise. Auch die Bahn war von den Unwettern betroffen. Die Strecke Rhein-Emden wurde ebenso gesperrt wie die von Oldenburg nach Osnabrück. Zahlreiche Bäume waren in die Oberleitungen gestürzt. Wegen eines Defekts in einem Stellwerk war der Zugverkehr zwischen Hamburg und Sylt rund acht Stunden unterbrochen.

Viele Straßen im westlichen Niedersachsen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert. Von einer Brückenbaustelle an der Autobahn 30 löste sich die Bauverschalung samt Eisenbewehrung. Einige Eisenstangen schlugen durch die Frontscheibe eines Autos.

In Nordrhein-Westfalen kam der Bahnverkehr auf wichtigen Strecken fast vollständig zum Erliegen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Bahnsprecher berichtete von »massiven Störungen« wegen Blitzeinschlägen und Bäumen auf der Strecke. Betroffen waren Fern- und Nahverkehr sowie alle S-Bahnlinien an Rhein und Ruhr. Auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof standen Reisende am Nachmittag in dichten Trauben auf den Bahnsteigen und warteten auf Züge.

In zahlreichen Ortschaften an Rhein und Ruhr flogen Dachziegel durch die Luft, Bäume knickten um, Starkregen setzte Straßen unter Wasser. Allein in Aachen wurden acht Menschen leicht verletzt. In Mönchengladbach überraschte das Unwetter eine Schulklasse während eines Ausflugs in einem Park. Herabfallende Äste verletzten vier Kinder leicht. Auch in Baden-Württemberg kam es zu heftigen Gewittern. In Waldkirch in Südbaden wurde die längste Röhrenrutschbahn Europas von umstürzenden Bäumen zerstört. Eine Gewitterfront mit heftigen Sturmböen knickte in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns reihenweise Bäume um. dpa

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!