Werbung

Aus grau mach bunt

Vivantes Klinikum präsentiert Stand der Sanierungsmaßnahmen aus dem Konjunkturpaket II

Rund 56 000 Patienten pro Jahr werden in der Klinik Am Urban behandelt. ND-
Rund 56 000 Patienten pro Jahr werden in der Klinik Am Urban behandelt. ND-

Wände und Decke dunkelweiß, die Böden grau, einziger Farbtupfer abgesehen von vereinzelt hängenden Plakaten und Kunstdrucken ist das rot gestrichene Geländer auf der einen Seite des Ganges: Station 51 im Vivantes Klinikum Am Urban besticht durch 70er Jahre Tristesse. Mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II (KP II) werden daher derzeit die grauen Gänge mit Farbe versehen.

Aus eigener Kraft könne die Klinik pro Jahr nur eine Station modernisieren und sanieren, so der Ärztliche Direktor der Klinik, Detlev Corsepius. Die Berliner Krankenhäuser bekommen insgesamt 54 Millionen Euro aus dem KP II, dem Klinikum Am Urban steht eine Million Euro zu. Damit werden in diesem Jahr vor allem die sanitären Anlagen erweitert und die energetischen Bedingungen der Station 52 im Ostflügel des v-förmigen Hauptgebäudes verbessert, wie Corsepius in Begleitung der Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (LINKE) am Montag auf einem Rundgang durch die Baustellen erklärte.

Die noch nicht erneuerten Stationen bieten derzeit Platz für etwa 30 Patienten, nach der Sanierung wird die Station 52 zum Beispiel nur noch 22 Betten aufnehmen können. »Bisher müssen sich bis zu zehn Patienten ein WC teilen«, sagte Dirk Skalski, Ressortleiter Facility Management. In Zukunft gehöre zu jedem Patientenzimmer ein Bad.

Gebaut wird zur Zeit auf mehreren Etagen des Hauptgebäudes. In den Fluren sind Wände und Verschalungen komplett entfernt, von der Decke hängen gelbe Kabel in dicken Rollen. Vor den alten, undichten Fenstern, die noch erneuert werden, versperren scheinbar noch ältere dunkelbraune Vorhänge den Blick auf die grüne Umgebung im Stadtteil Kreuzberg.

Die Umbaumaßnahmen auf Station 43 sind bereits weiter fortgeschritten. Malerkrepp, Putzbröckchen, Staub und leere Wasserflaschen liegen sorgsam zusammengefegt in der Mitte eines zukünftigen Patientenzimmers mit frischen weißen Wänden. Vom Ende des Ganges her untermalt das satte Geräusch von Farbrollen die Geräuschkulisse aus Radiogedudel, Geklirr und Gewerk, die aus den einzelnen Zimmern schallt. Der Aufenthaltsraum eröffnet den Blick auf blauen Himmel, Fernsehturm und Urban.

Durch die energetische Sanierung könnten in Zukunft 40 Prozent der Heizkosten eingespart werden, so Skalski. Bereits saniert ist unter anderem die Geburtsstation der Klinik. Das Grau ist hier warmen Orangetönen gewichen, es gibt eine Küche für die Patienten. Zudem verfügen die neuen Stationen über ein W-Lan-Netzwerk, neben Bädern und WCs wird auch der Sonnenschutz erneuert. Im Moment sei etwa die Hälfte des Gebäudebestandes modernisiert, sagte Direktor Corsepius. Die Station 52 könne im Oktober bezogen werden.

Die Klinik Am Urban feiert in diesem Jahr auch ihr 120-jähriges Bestehen. 1890 in Betrieb genommen, verfügt das Krankenhaus heute über 579 Betten. 178 Ärzte und 438 Pflegekräfte betreuen jährlich 56 000 Patienten.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung