Ökonomischer Zahlenzauber

Von Robert Kurz

»Es ist zweifelhaft, dass China als globale Wachstumslokomotive dienen kann, etwa für die BRD.« Foto: privat

Der gesunde positivistische Wissenschaftsverstand beruft sich am liebsten auf Fakten, Fakten, Fakten – und sonst gar nichts. Aber die reine Erbsenzählerei ist schon deshalb fragwürdig, weil gerade in der Ökonomie nicht einmal sicher ist, ob es die Erbsen überhaupt gibt, die da gezählt werden. Am primitivsten sind natürlich direkte Bilanzfälschungen, vor denen vor allem in Krisenzeiten weder Konzerne und Banken noch Staaten zurückschrecken, wie sich jüngst wieder zeigte. Und was die amtlichen Statistiken angeht, so sagte bekanntlich schon Churchill, er traue keiner, die er nicht selber gefälscht habe. Aber meist geht die Verzerrung der empirischen Wahrheit ganz legal vor sich: Man braucht nur die Kriterien für die Erhebung der Zahlen zu ändern.

Nicht nur in den USA wurden die Bilanzierungsregeln in der Finanzkrise so gemodelt, dass die Banken ihre toxischen Papiere bequem in sogenannte Zweckgesellschaften auslagern können. Was der ...

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