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Wunderland

Klaus Ensikat erhält den Großen Preis der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Personalien: Wunderland

Er ist ein Bilderschriftsteller. Er ist ein Plastiker in farbigstem Grau und manchmal auch des Grauens. Er verbindet das Dämonische mit dem Zarten, es ist, als setze er den Gespenstern ein Kinderherz ein, und deshalb schaut in seinen Märchenszenen selbst das Böse immer auch ein wenig besänftigt – so, als sei ihm Gutes und Gerechtes widerfahren. Man kann auf eine Weise gezeichnet werden, dass man weniger gezeichnet wirkt. Und Ensikats Zoologie, zu wunderbaren Kinderbüchern geworden, erzählt den Lesern die schöne Geschichte von der Beseeltheit aller Kreatur – wer später einmal Tiere sprechen oder singen hört, wird sich darüber niemals mehr wundern, denn er hat Ensikats Bilder gesehen.

Der Bruder des Kabarettisten Peter Ensikat, Jahrgang 1937, und seit vielen Jahren Berliner, ist der Edel-Mann des Buchkunsttums, er hat immerhin den Hans-Christian-Andersen-Preis, den höchsten Preis der Sparte. Der pointierende Fabulierer hat den Welten von E.T.A. Hoffmann, Hacks (Jules Ratte!), Hauff, Goethe und anderen, die sich im Wunderland aus Nebulösem und Naturklarem bestens auskennen, ein adäquates Gesicht gegeben. Das Finstere ist frei von Zynismus, das Helle wirft ansehnliche Schatten, er ist ein filigraner Zeichner der Fabelwelten, »Satyren und Launen« hieß eine Reihe, für Kinder hat er Werke der Weltliteratur illustriert, toll auch sein Zirkus Malfatti! Ein Seher, der rückwärts blickt wie Lots Weib – auf längst geträumte Träume, auf versunkene Augenblicke und verlorene Paradiese.

Er war Gebrauchswerber in Finsterwalde, er galt als faul (oder er benahm sich bewusst so) – denn die Faulsten, also Entbehrlichsten kamen zum Studium; als »braven Dekorateur Schwejk« hat ihn deshalb der »Tagesspiegel« später bezeichnet. Ensikat studierte sich hin zum Gebrauchsgrafiker, Werbefachmann und Ausstellungsmacher. Nach Jahren bei der Werbeagentur DEWAG (er fertigte die Optik für Anzeigen, Filmankündigungen, Puddingpulvertüten) kehrte er lehrend an die Berliner Fachschule zurück. Bis er freischaffend wurde und unzähligen Büchern ein mehr als illustratives Bild gab – mitunter stellten Rezensenten fest, der Text habe es schwer gegen diesen Ensikat... Schönstes Lob für einen Diener an Geist und Gemüt eines Buches ... Hans-Dieter Schütt

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