Kampf mit niedergelegten Kulis

Spanische Polizisten stellen wegen Lohnkürzungen kaum noch Strafzettel aus

  • Von Ralf Streck
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Für Touristen in Spanien könnte es in diesem Sommer entspannter auf den Straßen zugehen. Werden in dem iberischen Land etwa ein Stoppschild übersehen, die Geschwindigkeit überschritten oder der Sicherheitsgurt nicht angelegt, droht nicht gleich das gewöhnlich drastische Bußgeld. Denn viele Polizisten und Beamten der paramilitärischen Guardia Civil befinden sich im verdeckten Bußgeldstreik.

»Bolis caidos«, niedergelegte Kugelschreiber, nennt sich diese Kampfmaßnahme, denn die Beamten dürfen gegen Lohnkürzungen der Regierung nicht streiken. Sie bedienen sich dann der Möglichkeit, nur eine Verwarnung auszusprechen und somit Staatseinnahmen wegfallen zu lassen.

So erklärte die Vereinigung der Guardia Civil (AUGC), etwa 90 Prozent der Zivilgarden beteiligten sich am Streik der »bolis caidos«. Der AUGC-Sprecher Alberto Moya kündigte an, dass sich die Einnahmen des Staats noch »verschlechtern« könnten. Von einem offiziell verkündeten Streik spr...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.