Ein »Kindersoldat« vor Obamas Tribunal

Der USA-Präsident wollte Guantanamo schließen, nun beginnt dort der erste Prozess seiner Amtszeit

  • Von Olaf Standke
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Eigentlich wollte USA-Präsident Barack Obama alles anders machen und Bushs berüchtigtes Gefangenenlager Guantanamo schon im Januar schließen. Doch nun begann dort der erste Prozess während seiner Amtszeit. Fast zeitgleich wurde mit dem früheren Koch von Osama bin Laden erstmals unter seiner Ägide auch ein Guantanamo-Insasse verurteilt.

Er war kaum 15, als er in Afghanistan festgenommen wurde. Ein Kindersoldat im großen »Terrorkrieg«, glaubt man den Washingtoner Behörden. Er soll 2002 einen US-amerikanischen Sanitätssoldaten während eines Gefechts am Hindukusch mit einer Handgranate getötet zu haben. Acht Jahre wurde Omar Khadr in Guantanamo Bay festgehalten. Er sei geschlagen, gefoltert und gedemütigt worden, so seine Anklage. Trotzdem dürfen seine Geständnisse verwendet werden, wie ein Militärrichter am Montag entschied. »Schändlich« nannte das sein Anwalt Denis Edney.

Gestern sollte nun der Prozess gegen den gebürtigen Kanadier in dem kleinen Gerichtssaal an der Südspitze des Gefangenenlagers beginnen, der erste gegen einen Terrorverdächtigen während der Amtszeit von Präsident Obama. Auch deshalb findet der Fall weltweite Aufmerksamkeit. Hatte doch kaum noch jemand nach dem Machtwechsel im Weißen Haus mit einem solchen Prozess gerechnet. Schließlich zählte das Aus ...


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