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Wechsler

Thomas Hartung wechselte von der Thüringer Links- zur SPD-Fraktion

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Kam sein Bruch mit der LINKEN und Übertritt in die Thüringer SPD-Fraktion vielleicht doch nicht so überraschend? In seiner Heimatstadt Weimar, wo er vor einem Jahr der CDU das Direktmandat abnahm, hatte sich Thomas Hartung zusammen mit drei anderen Verbündeten schon vor Monaten von der Linksfraktion im Rathaus abgespalten und die Fraktion »Neue Linke« mitinitiiert. Zwar lagen dem Bruch keine »Dresdner Verhältnisse«, also Differenzen bei linken »Knackpunkten« zu Grunde. Doch die Chemie hatte offenbar schon länger nicht mehr gestimmt und das Tischtuch war weitgehend zerschnitten.

Während »Neue Linke«-Frakti- onschef Steffen Vogel Chefredakteur eines LINKEN-Lokalblatts ist, hielt Hartung offenbar nichts mehr in der Partei, deren Landesvorstand er von 2006 bis 2009 angehört hatte. Partei- und Fraktionsspitze kritisierten, er habe sein Mandat privatisiert und sei seit Monaten seinen finanziellen Pflichten nicht nachgekommen.

Notfallmediziner Hartung, der in lebensrettenden Einsätzen kühlen Kopf bewahren muss, wirkt, auf seine Beweggründe angesprochen, reichlich aufgewühlt. Er beklagt »Rufmord«. Dass sich seine Kommunalfraktion mit betont linker Kritik an der LINKEN und an höheren Bezügen für Stadträte präsentiert und Hartung – auf der Homepage des Netzwerks Antikapitalistische Linke wurde er gestern noch als Ansprechpartner für Thüringen aufgeführt – seiner bisherigen Partei gleichzeitig »zu wenig Realismus« vorwirft, gehört zu den Widersprüchen.

Hartung – 1970 geboren, verheiratet, Chirurg – hatte sich Anfang 1989 zunächst im Neuen Forum und danach bei Bündnis 90/Die Grünen organisiert, die er 1992 wieder verließ. 2000 trat er in die PDS ein. Im Erfurter Landtag war er gesundheitspolitischer Sprecher der Linksfraktion.

Dass er nach seinem Absprung nicht in der sechsköpfigen Grünen-Fraktion, sondern direkt in der Regierungsfraktion SPD gelandet ist, hat manche verwundert. Dafür könnten gute Kontakte zur SPD-Gesundheitsministerin Heike Taubert maßgeblich sein, mit der er sich in Gesundheitsfragen offenbar einig ist. Die SPD-Fraktion machte ihn sofort zum gesundheitspolitischen Sprecher.

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