Stadtgärten sprießen in der Krise

Urbane Gartenprojekte gewinnen in Nord und Süd an Bedeutung für die Ernährungssicherung

  • Von Ralf Hutter
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

In der Wirtschaftskrise gewinnt die in Stadtgärten auf der ganzen Welt betriebene Subsistenzwirtschaft für viele Menschen an Bedeutung. Die Technische Universität Berlin widmete dem Thema unlängst ein Handbuch.

Robert Shaw (l.) und Marco Clausen initiierten 2009 die Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg.

Die Weltbank warnt vor einer erneuten Ernährungskrise. Der Grund für die Besorgnis: Weitere Länder könnten dem Beispiel Russlands folgen, das seit dem 15. August wegen hitze- und brandbedingten Ernteausfällen den Weizen-Export einstellte und dies nach jetzigem Stand bis zum Jahresende beibehalten wird. Und da nicht nur Russland von Ernteausfällen betroffen ist, fürchtet die Weltbank ein Krisenszenario wie 2008, als es in vielen Ländern des Südens zu Hungeraufständen wegen Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln kam, als sich nacheinander die Weltmarktpreise von Reis, Mais und anderem Getreide jeweils innerhalb von rund einem halben Jahr verdoppelt oder verdreifacht hatten.

Globaler Wettlauf um Ackerland

Um die Ernährung ihrer Bevölkerung zu sichern, gehen immer mehr Länder dazu über, sich in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Osteuropa Land zu sichern, was als Phänomen des Landgrabbings (Landnahme) seit rund zwei Jahren für Schlagzeile...

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