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Neue Generation

Sarah Liebigt ist kein Freund des sinnfreien Wartens

»Generation Praktikum« ist ein Begriff, mit dem sich zahllose Hochschulabsolventen bestens identifizieren können. Vom Studium direkt in die Vollzeitstelle? Weit gefehlt. Wer keine Berufserfahrung aus Praktika und/oder neudeutsch Freelancer-Tätigkeiten mitbringt, die am besten schon parallel zum Studium absolviert wurden, hat schlechte Chancen.

Nun scheint es, man könne einen neuen Begriff in den Duden der Alltagssprache aufnehmen: »Generation Warteschleife« zum Beispiel. Realschulabschluss mit 16 und dann direkt in die Berufsausbildung? Dieser Weg ist heute auch schon nicht mehr die Regel, das Durschnittsalter bei Eintritt in die Lehre liegt laut DGB-Umfrage bei 19 Jahren. Wieso? Weil auch Ausbildungsbetriebe mittlerweile Abitur und Berufserfahrung verlangen. Bis zu sechs Monate sitzen Jugendliche unbezahlt an der Werkbank, nur um danach den Betrieb wieder zu verlassen. Manche Bäckermeister wollen minderjährige Lehrlinge mit 1er-Abitur. 16-Jährige dürfen nach Jugendarbeitsschutzgesetz zu den im Handwerk üblichen Zeiten noch gar nicht arbeiten und haben auch kein Abitur. Wie die einen auf den Studienplatz warten, überbrücken die anderen die Wartezeit auf eine Lehrstelle mit Praktika und sinnfreien Fördermaßnahmen. Nur um dann im nächsten Jahr gemeinsam mit den neuen Schulabgängern auf eine Lehrstelle zu hoffen.

Die junge Generation soll flexibel sein und belastbar – bekommt für jene Eigenschaften jedoch nichts retour als belastende Ausbildungsbedingungen und flexible Zukunftsaussichten.

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