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Bildungsrauschen

»Kollektives Misstrauensvotum«

Anstelle einer Regelsatzerhöhung plant Sozialministerin Ursula von der Leyen, Kindern von ALG II- Empfängern durch Jobcenter Bildungsgutscheine als Chipkarte ausstellen zu lassen.

Für die Linksjugend erklärt am 13. August 2010 Katharina Dahme auf https://ljsolidludwigsburg.wordpress.com: »Bildungsgutscheine zu verteilen, ist ein Schlag ins Gesicht für die betroffenen Eltern und Kinder. Sie machen Hartz IV beziehende Familien zu Familien zweiter Klasse, die angeblich das ihnen zur Verfügung stehende Geld für alles Mögliche ausgeben, nur nicht für ihre Kinder(...).« Auch Heike Schmoll kritisiert auf www.faz.net: »(...) Bildungsgutscheine für Hartz-IV-Empfänger (...) fördern das Missverständnis, dass Bildung sich gleichsam anstrengungslos per Chipkarte einlösen ließe. (...) Versuche in den Vereinigten Staaten, einkommensschwachen Familien mit Bildungsgutscheinen Nachhilfe und den Besuch einer privaten Highschool zu ermöglichen, haben gezeigt, dass die geförderten Schüler (...) ihre Schulleistungen (nicht) verbessern konnten.«

Bereits am 11. August postet www.sozialleistungen.info/news: »(...) Im Interview mit der ›Berliner Zeitung‹ mahnte die bayrische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) an, dass es sich dabei um ein ›kollektives Misstrauensvotum‹ gegen Langzeitarbeitslose handeln würde. Ihrer Meinung nach sei dies kein bürgerlicher Politikansatz.« Dies kommentierte Julchen: »(...) Bildung sollte generell für alle Kinder kostenlos sein. Klamotten gibt's für die Gutscheine nicht und Essen auch nicht. Also Geld raus für die Familien !!« Und ergänzt am 12. August: »(...) Was kosten die Karten? Was kostet die Bürokratie dafür? Die Regierung gibt gerne mal 100 Millionen aus, um 10 Millionen zu sparen. Irrsinn! sonst nix. (...) Während Politiker darüber streiten, ob Hartz-IV Empfänger einige Euro mehr erhalten sollen, wollen die Abgeordneten nach Medienberichten ihre Diäten um 500 Euro!!!!!! pro Monat erhöhen.« einfach ich ist erbost: »Und wieder muß/soll mit der ARGE/Jobcenter ein ›Vertrag‹ (ähnlich Eingliederungsvereinbarung) geschlossen werden. Und das auch noch für die Kinder!??!« Streetfighter ergänzt: »Über das Jobcenter wäre es noch schlimmer als mit einem Gutschein. Keinem ARGE- Mitarbeiter kann man trauen. Das sind meine eigenen Erfahrungen, die auch schon bundesweit von anderen Beiträgen bestätigt wurden. Außerdem wäre man auf den Ermessensspielraum dieser Fallmanager angewiesen, deren Ausbildung oft zu wünschen übrig lässt. So lange der Mensch nicht im Mittelpunkt steht, sondern nach Aktenlage entschieden wird, kann es nur Fehlentscheidungen geben. (...)«

Stattdessen schlägt der Paritätische Wohlfahrtsverband auf www.kinder-verdienen-mehr.de »eine Kombination von Förder- und Regelleistungen (Regelsatz), einmaligen und atypischen Leistungen« vor.

Lena Tietgen

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