Vorwurf: Fluten zum Schutz eigener Ernte umgeleitet

Pakistaner in Deutschland klagen Eliten ihrer Heimat an

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Flutkatastrophe in Pakistan hat auch bei deutschen Staatsbürgern pakistanischer Herkunft eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Einige richten heftige Vorwürfe an die pakistanische Führung.

Im Rhein-Main-Gebiet sammelt eine der Linkspartei nahestehende Gruppe von Exilpakistanern eifrig Spenden. Ihr Bemühen ist Teil einer organisierten Katastrophenhilfe linker Gewerkschafter in Pakistan. Die Akteure richten gleichzeitig heftige Vorwürfe an die wirtschaftlichen und politischen Eliten in Pakistan. »Diese Katastrophe ist keine Strafe Gottes, sondern von Menschenhand verursacht«, erklärt der seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland lebende Daniel Raza und spielt damit auf globale Klimaveränderungen und Klassengegensätze an: »Solche Katastrophen bringen schonungslos den Zustand eines Landes auf den Punkt.« So hätten »einige feudale Großgrundbesitzer mit Unterstützung hoher Beamter in der Region Südpunjab die Flut so umgeleitet, dass ihre Ernte gerettet, dafür jedoch die Großstadt Kot Addu überschwemmt wurde«, hat Raza von Angehörigen und linken Aktivisten aus Pakistan erfahren, mit denen er fast täglich in Kontakt steht.

Ähnl...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.