Reinhard Schwarz, Hamburg 31.08.2010 / Politik

Hamburg kommt in die Gänge

Mit der erfolgreichen Besetzung des Gängeviertels wurde Gentrifizierung zu einem zentralen Thema in der Hansestadt

Das Projekt Gängeviertel ist seit Jahrzehnten die erste erfolgreiche Hausbesetzung in Hamburg. Seit einem Jahr schwimmen die Künstler auf einer Welle breiter Sympathie. Jetzt will der Senat Millionen in die Sanierung investieren.

»Keiner hat am Anfang daran geglaubt, dass wir das wuppen können«, erinnert sich Künstler Florian Tampe. »In Hamburg gilt seit über zwanzig Jahren die Regel, dass eine Besetzung binnen 24 Stunden zu beenden ist.« Auch andere Großstädte verfahren nach dem gleichen Muster. Im Hamburger Gängeviertel konnte erstmals dieser Automatismus durchbrochen werden. Schon seit einem Jahr befinden sich die zwölf historischen Häuser in der Hand einer kreativen Protestszene. Die Polizei kommt nur gelegentlich wegen Ruhestörung, die zuständige Senatorin zu Freundschafsbesuchen. Nur das Bauprüfamt sorgt für Ungemach, wenn es mangelnden Brandschutz reklamiert oder Räume wegen Einsturzgefahr sperrt.

Die rund 200 Aktivisten der Initiative »Komm in die Gänge!« sind Hausbesetzer eines neuen Typs: Stereotype Anti-Parolen sind bei ihnen Mangelware, auch die sonst szenetypischen Kapuzenshirts in Schwarz eine Seltenheit. Äußerlich fallen die Aktivisten eher durch ...

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: