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Protest vor Camp der Bundeswehr

US-Pastor hat Pläne zur Koranverbrennung noch nicht aufgegeben

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Bei Protesten gegen die Ankündigung einer Koranverbrennung in den USA ist vor dem Bundeswehr-Feldlager im nordostafghanischen Feisabad nach Regierungsangaben ein Demonstrant erschossen worden.

Kabul (dpa/ND). Der Sprecher der Regierung der Provinz Badachschan, Mohammad Amin Sohail, sagte, afghanische Polizisten hätten am Freitag das Feuer eröffnet, nachdem ein Mob Steine auf das Bundeswehr-Camp geworfen habe. Ein Demonstrant sei getötet worden. Fünf weitere seien verletzt worden. Auch unter den Polizisten gebe es fünf Verletzte.

Weder die Bundeswehr noch Provinz-Polizeichef Agha Nur Kentus bestätigten, dass es ein Todesopfer gegeben habe. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam wurden bei den Protesten vor dem Feldlager acht Demonstranten und zwei afghanische Polizisten verletzt. Bundeswehrsoldaten seien nicht beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher. Die Zahl der Demonstranten bezifferte der Sprecher auf 400 bis 600. Sohail sprach dagegen von höheren Teilnehmerzahlen. Er sagte, nach Gebeten zum Ende des Fastenmonats Ramadan seien zunächst einige hundert Demonstranten von der Moschee aus durch die Provinzhauptstadt marschiert. Die Menge sei dann auf 5000 bis 10 000 Menschen angeschwollen, die zum Feldlager gezogen seien.

Derweil hat der radikale US-Pastor Terry Jones aus Florida seine Pläne zur Verbrennung von Koran-Ausgaben am Jahrestag des 11. September noch nicht endgültig aufgegeben. Kurz nach seiner Absage der weltweit kritisierten Aktion am Donnerstag kündigte er schon wieder eine mögliche Kehrtwende an. »Wir sagen die Veranstaltung nicht ab, aber wir setzen sie aus«, erklärte er dem Fernsehsender NBC. Kurz vorher hatte er noch bekräftigt, das Vorhaben definitiv nicht umzusetzen

Pastor Jones begründete das Hin und Her damit, dass sich die Voraussetzungen für die Absage der Bücherverbrennung wieder geändert hätten. Sie beruhte nach seinen Angaben auf einer Vereinbarung mit der muslimischen Gemeinde in New York, dass der umstrittene Bau einer Moschee in der Nähe vom Ground Zero an anderer Stelle verwirklicht werden soll. Dieser von Jones proklamierte Kompromiss wurde jedoch unmittelbar nach der Verkündung von allen Seiten dementiert..

In Irak rief der schiitische Ayatollah Ali al-Sistani dazu auf, sich von der Aktion in Florida nicht provozieren zu lassen. Er betonte, »wir rufen die Muslime auf, höchste Zurückhaltung zu üben«.

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