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Gewaltige Macht der Fans

Hansa Rostock wird in Dritter Liga auch von Babelsberg nicht gestoppt

  • Von Alexander Ludewig, Potsdam
  • Lesedauer: 2 Min.

Welche Macht Fußballfans haben können, bewiesen am Sonnabend die Anhänger des FC Hansa Rostock – im Guten wie im Schlechten. Rund 600 Polizisten mussten die als Hochsicherheitsspiel eingestufte Drittligapartie beim SV Babelsberg 03 im sonst eher beschaulichen Karl-Liebknecht-Stadion absichern. Allein das Selbstverständnis der 2500 Gästefans unter den 7000 Zuschauern rechtfertigte den Einsatz. »Fußballterror und Randale, immer wieder FCH« war eines ihrer Lieblingslieder an diesem Nachmittag. Als Antwort auf die vereinzelten Sprechchöre »Keine Gewalt« aus dem kleinen Babelsberger Fanblock, kam das kollektive »Hooligans, Hooligans«.

Als in der 62. Minute wieder ein Böller aus dem Rostocker Block mit lautem Knall auf dem Rasen landete, fand es nicht nur der Babelsberger Stadionsprecher »ziemlich bekloppt«. Zu diesem Zeitpunkt führte der FC Hansa nach Toren von Björn Ziegenbein (9. Minute) und Marcel Schied (61.) verdient mit 2:0, ein Spielabbruch hätte den sportlichen Erfolg zunichte gemacht. Durch Kommunikation im Verein hofft Stefan Beinlich, diesen »Dingen, die nicht ins Stadion gehören«, beikommen zu können. Er wird viel und lange reden müssen.

Andererseits freut sich der Rostocker Manager aber gerade auch bei Auswärtsspielen über »den enormen Rückhalt« durch die Fans. Am Sonnabend hatte die lautstarke Kulisse nicht nur das eigene Team beflügelt, sondern auch den Gegner verunsichert. In der zweiten Halbzeit spielten die Gastgeber in Richtung des Hansa-Fanblocks. »Im Lauf auf das Tor wurde ich regelrecht gebremst«, zeigte sich Süleyman Koc beeindruckt. Dennoch war der 21-jährige Mittelfeldspieler der beste Babelsberger auf dem Platz und kam mit seinem Pfostenschuss in der 33. Minute dem Rostocker Tor auch am nächsten. Insgesamt blieb der Aufsteiger aber vieles schuldig und fand laut Trainer Dietmar Demuth »nie richtig ins Spiel«.

Der FC Hansa zeigte auch keine überragende Leistung, war aber zweikampfstärker, lauffreudiger und zielstrebiger im Spiel nach vorn. Mittelfeldspieler Mohammed Lartey, der beide Treffer vorbereitete, verdiente sich dabei die besten Noten. Der 2:0-Sieg in Babelsberg war schon der sechste im siebenten Spiel. »Damit war nicht zu rechnen«, sagt Beinlich. Nach dem Abstieg wurde nicht nur die Vereinsführung neu besetzt und mit Peter Vollmann ein neuer Trainer geholt, es mussten auch 14 neue Spieler integriert werden.

Sportlich scheint der Neuanfang in der Drittklassigkeit gelungen: Als Tabellenzweiter steht der FC Hansa auf einem Aufstiegsplatz. »Natürlich werden wir alles dafür tun, um dort zu bleiben«, sagt Beinlich. Jetzt müssten nur noch die Fans »die Dinge abstellen, die nicht zum Fußball gehören«. Zumindest die An- und Abreise verlief nach Auskunft der Polizei weitgehend friedlich.

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