Anschlagsopfer vermissen Rückhalt

In Sachsen gab es 2010 bereits ein Dutzend, vermutlich von Rechten verübte Brandattacken

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Bei zwölf Brandanschlägen standen in Sachsen dieses Jahr ausländische Lokale, Autos linker Politiker und alternative Kulturzentren in Flammen. Oft werden Rechtsextreme als Täter vermutet. Mit Solidarität können die Opfer nur selten rechnen.

Es war nachts um drei Uhr, als Kati Voigt von ihrem Nachbarn aus dem Schlaf geklingelt wurde: Ihr Auto brenne gerade ab. Bis auf den Aufkleber »Love Music – Hate Racism« war der Wagen nicht weiter auffällig. Trotzdem wurde er in der gleichen Nacht in Brand gesteckt – genauso wie das Auto eines Bekannten, der wie Voigt im »Treibhaus e.V.« Döbeln arbeitet. Das ist ein alternatives Kulturzentrum, in dem Konzerte, Lesungen und politische Veranstaltungen stattfinden. Das Treibhaus und seine Mitarbeiter setzen sich für Demokratie und Toleranz ein – und gelten daher als links.

Der rechten Szene in Döbeln und Umgebung ist der Laden ein Dorn im Auge. Als ihr Kollege in einem Prozess gegen Rechtsextreme ausgesagt habe, so Voigt, habe man ihm offen gedroht: Man wisse, wo er wohne und womit er fahre. Kurz darauf »brannten unsere Autos«.

Es waren nicht die einzigen in diesem Jahr in Sachsen. Bereits im Februar war in Pirna das Aut...

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