Mehr Freiräume für die Kleinen

Kinder sind von Haus aus kreativ. Die Herausforderung besteht darin, ihr Potenzial zu fördern.

  • Von Hans Wallow
  • Lesedauer: ca. 9.0 Min.

In Deutschland wird am Montag der Weltkindertag gefeiert. Doch für viele Kinder gibt es wenig Anlass zur Freude: Sie werden vor dem Fernseher »geparkt« oder verbringen den Tag vor der Spielkonsole. Kreative Lernkonzepte sind eine Alternative.

Immer weniger Kinder toben heute auf dem Spielplatz.

»Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen« war eine der Lieblingsgeschichten des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard. Er war davon überzeugt, dass Kinder »nach Gebühr« fürchten lernen müssten. Der Däne plädierte für eine realistische Erfahrungsoffenheit, ohne die weder Kritik an dem, was ist, noch der Mut zu Risiko und Veränderung möglich sind. Hier ist nicht jene diffuse Angst gemeint, die jedes Kind überfällt, das in einer Kunststoffschale festgeschnallt in Vaters prestigeträchtigem Offroad-Auto während der Urlaubsreise auf der Autobahn mehr als eine Angst erzeugende Vollbremsung erlebt. Das Kind selbst bleibt passiv und kann die Gefahr nicht einschätzen. Der Kunstlehrer Dr. Hans Menzel-Severing berichtet aus seinem Kunstunterricht in einer Oberschule: Zum Thema »Aufregendstes Erlebnis auf dem Schulweg« malten von 32 Kindern 17 Schüler die Verkehrsampel, durch die sie aus dem morgendlichen Dämmerschlaf während der Autofahrt ...

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