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Hoffnung am Kleinen Aral

Am kasachischen Ufer des geschrumpften Meeres glaubt man wieder an die Zukunft

  • Von Detlef D. Pries
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Die Austrocknung des Aralsees, einst viertgrößter Binnensee der Erde, gilt als eine der größten von Menschen verursachten Umweltkatastrophen – ein zentralasiatisches Tschernobyl. Im nördlichen, kasachischen Teil des Katastrophengebiets glaubt man jedoch eine Lösung gefunden zu haben.

Das Überlaufwehr des 13 Kilometer langen Kokaral-Damms, der wenigstens den Kleinen Aral vor dem Austrocknen bewahrt und den kasachischen Anwohnern des Sees neue Hoffnung gab

Rauschend und schäumend schießt das Wasser durch die Überläufe des Kokaral-Damms. Ein Anblick, der glauben machen könnte, dass es in diesem Landstrich Wasser im Überfluss gibt. »Wartet, ich zeige euch das Interessanteste«, sagt Kolbai Danabajew, Vize-Akim des Rayons Aralsk, und führt die Besucher an den Fuß der Betonsperre, die Teil des 13 Kilometer langen Damms ist. In der Tiefe wimmelt es von Jungfischen, auch einige größere Exemplare tummeln sich in dem riesigen Schwarm. Von der unwiderstehlichen Strömung über das Sperrwerk gespült, streben sie vergebens zurück ins Oberwasser. »Die sind verloren«, bedauert Danabajew. Zwar werfen die Fischer aus Karateren, 20 Kilometer entfernt, regelmäßig ihre Netze auch unterhalb des Damms aus, aber was ihnen durch die Maschen schlüpft, hat keine Überlebenschance. Denn das Wasser, das im weiten Bogen unseren Blicken entschwindet, verdunstet und versickert in der wüstenartigen Landschaft, die einst ...


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