Labour braucht nicht nur einen neuen Chef

Von der britischen Opposition werden neue Lösungen erwartet

  • Von Ian King, London
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Zum Auftakt des Labour-Parteitages am Sonnabend in Manchester wird ein für die Teilnehmer entscheidendes Ergebnis bekannt gegeben. Während die Fußballanhänger dem Ligaspiel Manchester City gegen Meister FC Chelsea entgegenfiebern, wollen fünf Labour-Politiker Oppositionsführer werden. Nicht nur im City-Stadion, auch bei Labour wird ein knappes Ergebnis erwartet.

Auf einen Sieg der linken, dunkelhäutigen Diane Abbott wollen die wenigsten wetten. Trotz ihrer unbestreitbaren persönlichen und politischen Vorzüge: Sie ist als Moderatorin einer wöchentlichen BBC-Fernsehsendung medienerfahren, opponierte gegen Tony Blairs Kriege in Irak und Afghanistan, gehörte keiner der verflossenen New Labour-Regierungen an. Ähnlich steht es um die Chancen des noch immer fast unbekannten, farblosen Technokraten Andy Burnham. Der ehemalige Gordon-Brown-Berater Ed Balls möchte sich wie sein früherer schottischer Chef eine Machtposition als möglicher Schattenfinanzminister aufbauen, aber die jahrelangen Kämpfe zwischen Blair und Brown sind den Labour-Mitgliedern noch in zu frischer Erinnerung. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Das Rennen werden entweder der bekennende Blair-Freund und frühere Außenminister David Miliband oder dessen jüngerer Bruder Ed, Umweltminister a.D. und vorsichtiger Kritiker von New Labou...

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