Über den Berg kommen

Langstreckenwanderung tut Krebspatientinnen gut

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Tausende Menschen pilgern jedes Jahr auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela im äußersten spanischen Westen. In diesem Frühjahr war unter ihnen eine Gruppe von Krebspatientinnen.

Auf dem Jakobsweg

Beim Start in Südfrankreich waren die 30 Frauen, die kurz zuvor eine Brustkrebserkrankung und -therapie überstanden hatten, noch unsicher. Würden sie die 800 Kilometer lange Strecke bewältigen? Doch wie ein durchschnittlicher Pilger brauchten sie etwa 14 Tage, um sich an die körperliche Belastung zu gewöhnen. Danach wanderten sie zügiger, die Rucksäcke schienen nun leichter. Die psychische Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung begann bei den meisten Frauen mit der gleichen Frage: »Warum habe gerade ich Krebs bekommen?« Sie fingen an, über Konflikte und Probleme in ihrem bisherigen Leben nachzudenken. Nach den Mühlen von Diagnostik und Therapie hatten sie endlich die Ruhe, sich aktiv mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Von überwiegend erfolgreicher Krankheitsbewältigung durch die lange Wanderung berichtet Projektleiter Freerk T. Baumann von der Deutschen Sporthochschule Köln. Der Sportwissenschaftler begleitete bereits 2008 zwei...


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