Haut »Karl May« Verena Becker raus?

RAF-Mitkämpfer bieten sich medial als Entlastungszeugen an – so wie der Verfassungsschutz

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Noch ein Tag bis zum Beginn des Mordverfahrens gegen Verena Becker (58), einer ehemaligen Aktivistin der Roten Armee Fraktion (RAF). Plötzlich melden sich all jene, die Jahrzehnte geschwiegen haben, um dem Stuttgarter Oberlandesgericht – unverlangt – die Wahrheitsfindung zu erleichtern.

Der Drang zur Aufklärung hat etwas Irritierendes. Und genau das beabsichtigen vermutlich die ehemaligen RAF-Genossen Peter-Jürgen Boock und Silke Maier-Witt, die jetzt zur Wahrheitsfindung beitragen wollen. Kern ihrer Aussagen in »Spiegel TV«: Wisniewski war's und nicht die Becker!

Inhalt der medialen Aussage: Stefan Wisniewski hat 1977 den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seine zwei Begleiter erschossen. Er saß auf dem Soziussitz eines Motorrads, das von Günter Sonnenberg gesteuert worden ist. Boock will dabei gewesen sein, als Wisniewski nach der Flucht vom Anschlagsort in Karlsruhe über Telefon den Erfolg der Operation mitgeteilt habe. »Dem Onkel geht es wieder gut!«, soll der Code gelautet haben.

Silke Maier-Witt ist als »Nachwuchsterroristin« an Bubacks Todestag in die RAF aufgenommen worden. Nach einem Banküberfall in Zürich mit einem Toten stieg sie 1979 aus der RAF aus und tauchte staatssicherheitsbetreut als An...


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