Irmtraud Gutschke 30.09.2010 / Literatur
Literatur

Seelenbrand

Rodolfo Walsh und der Krimi als Spiel

Man wird kaum anders können, als das Werk des argentinischen Schriftstellers Rodolfo Walsh von seinem Tod her zu denken, der ein gewaltsamer war. 1977 wurde er umgebracht, nachdem er in Form eines offenen Briefes eine Anklageschrift gegen die Militärjunta um General Videla verbreitet hatte. Schon 1957 war Rodolfo Walsh berühmt geworden durch seinen Bericht »Das Massaker von San Martín«, in dem er aus Zeugenaussagen von Überlebenden die geheime Erschießung von Anhängern Peróns durch eine Polizeieinheit rekonstruierte. Mit seinem Buch »Wer erschoss Rosendo G.« ging er 1969 dem Mord an einem peronistischen Gewerkschaftsführer nach. (Beide Bücher sind ebenfalls bei Rotpunkt erschienen.) Vorher hatte er eine Zeitlang bei der Nachrichtenagentur Prensa Latina in Kuba gearbeitet und, wie der Herausgeber des vorliegenden Bandes, Wolfram Nitsch, in seinem Nachwort feststellt, mehrere chiffrierte Funksprüche entschlüsselt. Dadurch sei der Geheimplan der US-Regierung enthüllt worden, die Regierung um Fidel Castro durch die Invasion in der Schweinebucht zu stürzen.

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