Sozial und kulturell ärmer

Erich Buchholz untersucht Rechtsgewinne und Rechtsverluste 20 Jahre nach der Einheit

  • Von Horst Bischoff
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Was Erich Buchholz hier vorlegt, war eigentlich vor 20 Jahren Aufgabe derer, die am 18. März 1990 in Parlaments- und Regierungsverantwortung gewählt und Träger verfassungsrechtlicher Gewalt in der Noch-DDR geworden waren. Doch sie hatten es unterlassen und stattdessen in Überhast den Beitritt des Landes zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland betrieben. Die Abwägung von Folgen politischer Entscheidungen für rechtliche Bestände blieb vordergründig und allein darauf beschränkt, möglichst rasch, wirksam und komplex die DDR zu beseitigen, ihre ökonomischen Grundlagen zu zerschlagen und den Anschluss festzuzurren, bevor sich noch eine Wende in der Wende einstellen könnte.

Das neue Buch von Buchholz bietet erstmalig eine vergleichende Darstellung von Rechtsgewinnen und Rechtsverlusten für Bürger des Beitrittsgebiets, die aber auch Westdeutsche tangierten und tangieren. Unstreitig wirkte allein die Existenz zweier...

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