Werbung

Wulff: Deutsche Werte akzeptieren

Bundespräsident fordert zum Tag der Einheit Migranten zu mehr Integration auf

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Der 20. Jahrestag der deutschen Einheit stand politisch ganz im Zeichen der aktuellen Integrationsdebatte.

Bremen (AFP/dpa/ND). Bundespräsident Christian Wulff forderte die Einwanderer hierzulande eindringlich zur Integration auf, ermahnte die Deutschen aber zugleich zu Offenheit und Toleranz. Wer in Deutschland zu Hause sein wolle, müsse die Werte des Landes akzeptieren, sagte Wulff am Sonntag in seiner Rede beim zentralen Festakt zum Tag der deutschen Einheit in Bremen. Zugleich rief Wulff dazu auf, Einwanderer als Bereicherung zu begrüßen.

»Wer unser Land und seine Werte verachtet, muss mit entschlossener Gegenwehr rechnen«, sagte Wulff in seiner Rede. Es werde »zu Recht« auch erwartet, dass sich jeder, der hier leben wolle, »nach seinen Fähigkeiten« in das Gemeinwesen einbringe. »Wir verschließen nicht die Augen vor denjenigen, die unseren Gemeinsinn missbrauchen«, sagte der Bundespräsident vor mehr als 1400 geladenen Gästen.

Zugleich rief Wulff auf, Einwanderer als Bereicherung zu begrüßen. »Legendenbildungen, Zementierung von Vorurteilen und Ausgrenzungen dürfen wir nicht zulassen. Das ist in unserem eigenen nationalen Interesse. Die Zukunft – davon bin ich felsenfest überzeugt – gehört den Nationen, die offen sind für kulturelle Vielfalt, für neue Ideen und für die Auseinandersetzung mit Fremden und Fremdem«, sagte das Staatsoberhaupt. Er wolle nicht, dass Menschen mit ausländischen Wurzeln »verletzt werden in durchaus notwendigen Debatten«. Neben Christen- und Judentum gehöre inzwischen auch der Islam zu Deutschland. Es gebe beim Thema Integration »Nachholbedarf«, sagte Wulff weiter. Viele Probleme wie »Verharren in Staatshilfe, Kriminalitätsraten, Machogehabe, Bildungs- und Leistungsverweigerung« seien lange unterschätzt worden. Zugleich sei Deutschland aber bereits weiter, als viele wahrnähmen. So sei es längst Konsens, dass das Erlernen der deutschen Sprache und die Einhaltung der Gesetze und Regeln in diesem Land Voraussetzung seien. Außerdem gebe es auch Hunderttausende Fälle gelungener Integration. Über die freuten sich die Deutschen »zu selten«.

Der Wulff unterlegene Bundespräsidentschaftskandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck, sprach sich zum Jahrestag der Einheit für mehr Druck auf integrationsunwillige Ausländer aus. »Bei der Versorgung wollen selbst diejenigen integriert sein, die unsere Kultur ablehnen, sie sogar bekämpfen und denunzieren«, sagte der frühere DDR-Bürgerrechtler und Ex-Chef der Stasi-Unterlagenbehörde am Sonnabend in einer Rede vor dem Berliner Abgeordnetenhaus. Dies sei »ein merkwürdiger Zustand und der kann nicht unbesprochen bleiben«.

Bremen richtete in diesem Jahr die Jubiläumsfeier aus, weil es den Vorsitz im Bundesrat hat. Zehntausende Menschen vergnügten sich auf einem Bürgerfest in der Hansestadt, aber auch auf einer Festmeile am Brandenburger Tor in Berlin. In der Hansestadt gab es bunte Paraden, Konzerte mit Nena, Karat und dem Geiger David Garrett, aber ebenso kulinarischen Spezialitäten der Bundesländer.

Seiten 4 und 11

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen