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Vor Afrika beginnt eine neue Piratensaison

Fregatte »Köln« brachte verdächtiges Boot auf / Kenia will angeblich keine Seeräuber mehr anklagen

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Mit dem Ende der Monsunzeit werden Piraten wieder aktiver. Eine deutsche Fregatte hat vor der ostafrikanischen Küste einen Überfall auf ein liberianisch geflaggtes Schiff verhindert.

Die unter liberianischer Flagge fahrende »Star II« war am Sonntag im Golf von Aden von einem verdächtigen Boot verfolgt und beschossen worden. Die im Rahmen der Überwachungsoperation »Atalanta« eingesetzte Fregatte »Köln« schickte ihren Lynx-Bordhubschrauber zu Hilfe. Mit Warnschüssen stoppte die Helikopterbesatzung die Verfolger. Bei einer Durchsuchung ihres Bootes wurden keine Beweismittel gefunden. Zuvor hatten die Soldaten allerdings beobachtet, dass die mutmaßlichen Piraten Gegenstände ins Wasser warfen.

Ende September erst war im Südeingang zum Roten Meer ein russisches Handelsschiff überfallen worden, das jedoch mit einem sogenannten Vessel Protection Detachment der russischen Marine die Angreifer vertreiben konnte. Eine türkische Fregatte, die derzeit als Flaggschiff der multinationalen Task-Force 151 operiert, brachte unlängst ein Piratenskiff auf. Die sieben Besatzungsmitglieder wurden am Strand abgesetzt, ihr Boot versenkt. Eine italienische Fregatte fing eine iranische Dhau ab, die als Piraten-Mutterschiff dienen sollte. Die Seeräuber wurden zur strafrechtlichen Verfolgung an Kenia übergeben. Das spanische Docklandungsschiff »Galicia« brachte ebenfalls eine Dhau auf, die als Mutterschiff dienen sollte – an Bord vier Gangster, die den kenianischen Behörden übergeben wurden.

Laut Schifffahrtsexperten bemühte sich Kenia – auch dank kräftiger finanzieller Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft –, Strafverfahren gegen festgesetzte mutmaßliche Piraten rasch einzuleiten. Am 29. September verurteilte ein Gericht elf somalische Piraten zu jeweils fünf Jahren Haft. Grund: Sie hatten im April 2009 das Containerschiff »Safmarine« überfallen. Französische Marinesoldaten nahmen die Angreifer fest und übergaben sie an Kenia.

Doch nun berichten kenianische Medien, dass das ostafrikanische Land seit Ende September keine gefangenen Piraten mehr abnehmen will. Damit würde der EU-Anti-Piraten-Einsatz »Atalanta« ebenso gefährdet wie vergleichbare Operationen der NATO. Wenn Kenia nicht mehr bereit ist, Piraten aus Somalia vor Gericht zu stellen, bleibt den Soldaten nach einer Festnahme von Seeräubern nur ein Prozess im jeweiligen Heimatland des Kriegsschiffes oder eines gekaperten Schiffes. Einzige Alternative: Freilassung. Dass die EU ein vergleichbares Memorandum of Understanding auch mit den Seychellen getroffen hat, wird nicht weiterhelfen, befürchten Experten. Der Inselstaat wäre mit der Aburteilungsaufgabe total überfordert.

Admiral Farah Ahmed, Kommandeur der somalischen »Marine«, kündigte unterdessen den Beginn eigener »offensiver Operationen« an. Doch die somalische Zentralregierung kontrolliert nur einen kleinen Teil der somalischen Küste nahe Mogadischu. Die meisten Piratencamps liegen fernab. Wie viele Boote der Admiral in Fahrt bringen kann, ist unbekannt. Mehrere britische Versicherungsgesellschaften wollen zum Schutz von Handelsschiffen demnächst eine private Flotte mit etwa 20 bewaffneten Booten entsenden.

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