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Be-Bop und Swing: Jazz im A-Trane

Gemeinsame Produktion des Herb Geller / Wolfgang Köhler Duo

  • Von Hansdieter Grünfeld
  • Lesedauer: 2 Min.
Herb Geller am Saxofon
Herb Geller am Saxofon

Abgesehen von dem in dieser Zeit alljährlich heraufdämmernden JazzFest, dürfte der morgige Auftritt von Herb Geller und Wolfgang Köhler zu den interessantesten Begegnungen des mählich ausklingenden Jazzjahres 2010 gehören. Soziologisch gesehen eint und ehrt die 30-jährige Zusammenarbeit im kleinstmöglichsten Kollektiv zwei herausragende Musiker, die auch im Lehrfach Musik kreativ wirken. Der 32-jährige Altersunterschied der Partner hat keine Bedeutung. Die zeitlose Schönheit ihres Zusammenspiels, die auch aus dem zwischenmenschlichen Verständnis blüht, ergibt sich gleichviel aus der überlegten und wohl erprobten Programmauswahl. Quirlige Be-Bop-Nummern haben sie ebenso anzubieten wie Swingtitel oder Balladen von Komponisten wie Cole Porter oder George Gershwin.

1928 in Los Angeles geboren, hatte der Saxofonist, Flötist und Bandleader Herb Geller bereits mit 16 Jahren bei dem italo-amerikanischen Geiger Joe Venuti seinen ersten Profi-Job. Von Charlie Parkers Spielweise ebenso geprägt, wie von einer Verehrung für Bennie Goodman, tendierte er wie viele weiße Jazzmusiker dieser Zeit zum Cool- bzw. zum West-Coast-Jazz. So blieb in großen wie in kleinen Ensembles in den 1950er Jahren die Zusammenarbeit mit Chet Baker oder Shorty Rodgers nicht aus, oder später gar mit der schwarzen so tragisch früh verstorbenen schwarzen Trompetenhoffnung Clifford Brown. 1962 ging er nach Europa, arbeitete in Paris mit Kenny Clarke zusammen, und erhielt einen Dreijahres-Vertrag bei der RIAS Big Band. Wichtiger jedoch sind Gellers 28 Dienstjahre in der NDR Big Band in Hamburg, die unter Leitung des österreichischen genialen Musikprofessors Dieter Glawischnig sich von einem »0815-Tanzorchester« zu einer der interessantesten Big Bands Europas wandelte. Zum mit Sicherheit swingendsten deutsch-amerikanischen Rentner der Hansestadt geworden, hält Geller seit 1986 eine Professur für Saxofon an der Hamburger Hochschule für Musik.

Wolfgang Köhler, geboren 1960 bei Kassel, ist Professor für Jazzklavier am Jazz Institut Berlin und begann sich als achtjähriger bereits klassisch ausbilden zu lassen. Tourneen durch ganz Europa zeichnen ebenso seine Jazz-Karriere wie die Zusammenarbeit mit namhaften europäischen und US-Künstlern; so auch mit Matthias Schubert, Tony Lakatos oder Randy Brecker. Doch ebenso profilierte er sich als Komponist und Arrangeur von Theaterrevuen und als Leiter von Musik-Shows.

Nach vielen begeisternden Auftritten legen Geller/Köhler nun mit der Produktion »Moon Mist« ihre erste gemeinsame CD vor.

Konzert: Herb Geller/Wolfgang Köhler Duo, am 10.10., Jazz-Matinee 16 Uhr, A-Trane, Pestalozzistr. 105, Berlin-Charlottenburg.

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